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Demerather Wachholderheide ist interessantes Ziel für Gäste und Einheimische

NAturschutz : Lob für Freunde der Wacholderheide

Das Demerather Biotop erfreut sich der Wertschätzung und Pflege, obwohl das Schinkenräuchern aus der Mode ist.

Die „Bleckhausener Wacholderheide“ ist vielen schon ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass die Demerather ebenfalls eine Wacholderheide ihr eigen nennen. Seit dem 19. März 1962 ist sie Naturschutzgebiet (NSG) und erfährt seit 1991 eine intensive Biotopbetreunung durch Biotopbetreuer Diplom-Agraringenieur Gerd Ostermann aus Birgel. Das Entwicklungsziel lautet: „Erhalt einer Wacholderheide auf silikatischem Untergrund (hier wächst als Kennart Flügelginster) als Relikt historischer Landnutzungsformen.“

Das NSG-Wacholdergebiet bei Demerath ist zusammen mit dem Gebiet „Geisert bei Demerath“ das Relikt einer ursprünglich weit verbreiteten Landschaftsform in der Gemarkung Demerath und Umgebung. Und weil das so bedeutsam ist, wurde dort ausgelichtet sprich Bäume und Gebüsche entfernt und die Wiederaufnahme der Schaf- und Ziegenbeweidung vorangetrieben. Das führt dazu, dass die Wacholderheide offen gehalten wird, die typische Heidevegetation wie Borstgras und Heidekraut sich erholt und ausdehnen kann. Bei der Entbuschung haben über die Jahre auch immer wieder junge Leute geholfen wie die Jugendgruppen aus Ellscheid und Demerath und eine Schüler-Projektgruppe zusammen mit dem Nabu Daun.

Auf das Demerather Wacholdergebiet wird in einem Heft der Rheinischen Heimatpflege von 1934 hingewiesen: „Besonders interessante Verhältnisse zeigt die Gemarkung Demerath. Die Flur dieses Dorfes weist die auffallend große Fläche von 80 Hektar Wacholderödland auf, dessen Bestockung mit dicht bis lückig anzugeben ist“, ist dort zu lesen. Biotopbetreuer Gerd Ostermann zieht kurze Bilanz: „Die beiden Schutzgebiete in Demerath werden immer noch jährlich beweidet, in den letzten Jahren waren verschiedene Schäfer mit ihren Herden zuständig. Von den ursprünglich 80 Hektar Heidelandschaft sind in Demerath immerhin noch fünf Hektar bis heute übriggeblieben.“

Manfred Kordel ist ein „Ur-Demerather“ und war 25 Jahre Ortsbürgermeister. Er sagt: „ Junge und ältere Ortsbürger unternehmen Spaziergänge in das Gebiet, und auch von ortsunkundigen und suchenden Gästen werde ich oder andere Bürger nach dem Heidestandort gefragt. Die Nabu-Einsätze haben dem Gebiet gutgetan und sorgen für Ordnung in dieser Natur“, lobt der 77-jährige.

Er ergänzt: „Die eingesessenen älteren Mitbürger erinnern sich noch, dass Wacholder auch in großen Mengen dazu benutzt wurde, um beim Schinkenräuchern in der Bauern-Räucherkammer auf dem Speicher dem Fleisch die richtige Würze zu geben. So hat man den viel gelobten Wacholderschinken erhalten, der auf manchen Tisch kam. Ich glaube, die Wacholderheiden sind für die Demerather etwas Besonderes.“ Wenn man zu der Wacholderheide will, die von dem Weg am Sportplatz zu erreichen ist, muss man tief in die Landschaft hinein. Eine Überlegung wert ist es, ob interessierte Besucher nicht mit Hinweisschildern an geeigneten Stellen zur Wacholderheide geleitet werden können.