Fridays for Future Demo in Daun: Jugendliche und Erwachsene protestieren für mehr Klimaschutz

Daun · Zahlreiche Jugendliche und Erwachsene haben sich am Freitagnachmittag der Fridays-for-Future-Demo in Daun angeschlossen, um vor der Bundestagswahl ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Mit Bannern, Trillerpfeifen und Megaphon ist die Fridays for Future Demo am Freitag durch die Dauner Innenstadt gezogen.

Foto: TV/Alexander Wittlings

Unter dem Hashtag „Alles fürs Klima“ sind am Freitag bundesweit Menschen auf die Straße gegangen. In Daun waren es nach Schätzungen der Polizei rund 150 Menschen. „Wir hätten nie gedacht, dass wirklich so viele kommen“, sagt die 20-jährige Samantha Rau, Mitorganisatorin der Demo. „Es zeigt wie wichtig den Leuten das Thema ist. Die nächste Bundestagswahl wird auch eine Klimawahl sein. Und die Gegner der Klimapolitik sind in der Bundesregierung aktuell gut vertreten. Nicht alle von uns können wählen, aber alle von uns können streiken.“

Mit dieser Ansicht ist Samantha nicht allein in Daun. Viele der Jugendlichen erzählen von ihren Zukunftsängsten. „Ich mache mir natürlich Sorgen um die Welt in der meine Kinder in ein paar Jahren aufwachsen werden“, sagt Esther Oest, die Sprecherin der Fridays-for-Future-Gruppe in Daun. „Wie wird die Welt aussehen, wenn ich mal 50, 60 oder 80 bin? Ich hoffe, dass wir es vereint schaffen, genug Druck auf die Politik auszuüben. Denn wenn sich jetzt nichts ändert, wann dann?“

Teil der Demo waren auch Reden, sowohl von Jugendlichen, als auch von Älteren, die den Ernst der Klimakrise direkt angesprochen haben. Sie fordern ein Ende des Lobbyismus und Beschränkungen der Kohle- und Autoindustrie. Es fehle der politische Wille etwas zu ändern. Stattdessen verstecke man sich hinter Ausreden, um seiner Verantwortung zu entgehen. „Deutschland könnte eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz haben“, erklärt Waltraut Rexrot, eine der Rednerinnen. „Die Wucht der Fakten muss bei den Leuten auch ankommen. Bei Gorleben hat es 40 Jahre gedauert, bis man es endlich als Endlager ausgeschlossen hat. Aber so viel Zeit haben wir dieses Mal leider nicht.“

Fridays for Future Demo in Daun
8 Bilder

Fridays for Future Demo in Daun

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Foto: TV/Alexander Wittlings

Der Konsens unter den Jugendlichen: Die Älteren müssen auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes aufmerksam gemacht werden. Dabei waren auch viele Erwachsene beim Klimastreik, sind mitgelaufen oder haben Reden gehalten. Für die 65 jährige Uschi Börner aus Niederehe sei es schön zu sehen, dass der Umweltschutz wieder bei der jungen Generation angekommen ist: „Ich war selbst jahrelang Biobäuerin und habe bei unzähligen Friedens- und Umweltdemos mitgemacht. Aber irgendwann ist dieser Zeitgeist versiegt. Ich bin froh, dass die jungen Leute wieder für diese Themen brennen. Deswegen bin ich auch heute hier, um sie zu unterstützen.“

Samantha Rau hofft, dass die Bewegung auch in Zukunft an Fahrt gewinnt. „Die Organisation hat gut funktioniert. Aber ich bin selbst schon fürs Studium weggezogen und kann mich bald nicht mehr darum kümmern. Es wäre toll, wenn noch mehr junge Menschen der Ortsgruppe beitreten würden und auch weiterhin den Druck auf die Politik aufrechterhalten.“

(axw)