Den Menschen mit Demenz auf Augenhöhe begegnen

Den Menschen mit Demenz auf Augenhöhe begegnen

Um beruflich oder ehrenamtlich Tätigen, Angehörigen und anderen Interessierten Hilfen und Hinweise zum wertschätzenden Umgang mit Menschen mit Demenz zu geben, bereitet die Netzwerk-Gruppe Vulkaneifel eine Fachtagung am 29. September vor. Der Termin steht, obwohl die vorgesehene Referentin verstorben ist.

Gerolstein/Daun. "Die Nachricht vom plötzlichen Tod Nicole Richards hat uns tief getroffen", erklären Gertrud Simonis und Tanja Kracht. Die Leiterin des Caritas-Fachzentrums Demenz für den Bereich Vulkaneifel und die Inhaberin eines ambulanten Pflegedienstes gehören neben Britta Sarnes von den Pflegestützpunkten Vulkaneifel der Steuerungsgruppe des Netzwerks Demenz an.
Bereits seit einiger Zeit ist das Netzwerk mit der Vorbereitung der Fachtagung am 29. September im Forum Daun befasst. Gertrud Simonis kannte die renommierte Referentin Nicole Richard persönlich. Sie sei erfreut gewesen, diese für die Veranstaltung gewonnen zu haben.
Viele Anfragen


Von der nun 57-jährig Verstorbenen stamme ein Modell mit Kommunikations- und Umgangsmethoden, die die Begegnung mit Menschen mit Demenz "auf Augenhöhe" ermögliche und ihr Recht auf Wertschätzung unterstreiche, beschreibt Gertrud Simonis die Hauptanliegen Richards. "Ihre Zusage war ein Glücksfall für uns", ergänzt Tanja Kracht.
Doch möchte die Steuerungsgruppe auf alle Fälle an der Fachtagung festhalten. "Seit wir den Termin erstmals veröffentlicht haben, gehen ständig Anfragen bei uns ein", berichtet Gertrud Simonis.
Inzwischen ist es gelungen, Viki de Klerk für die Veranstaltung zu gewinnen. Sie ist die Tochter von Naomi Feil, der Begründerin einer Methode, mit sehr alten und verwirrten Menschen zu kommunizieren, dabei den Menschen ganzheitlich zu erfassen und nicht nur auf seine Erkrankung zu begrenzen.
Seit das 2012 auf drei Jahre angelegte Projekt "Fachzentrum Demenz" (siehe Extra) ins Leben gerufen worden sei, werde die Notwendigkeit, Patienten, Angehörigen und Betreuenden Hilfen zu geben und zu koordinieren, immer deutlicher, erklärt Gertrud Simonis. "Es geht darum, die Betroffenen nicht allein zu lassen", betont sie. bb
Extra

Das Caritas-Fachzentrum Demenz Eifel-Mosel-Ahr hat Anfang 2012 seine Arbeit aufgenommen, um die Versorgung von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern. Es ist für die Landkreise Vulkaneifel, Ahrweiler und Bernkastel-Wittlich sowie für den Eifelkreis Bitburg-Prüm zuständig. Standorte sind in Gerolstein, Ahrweiler, Wittlich und Bitburg. Das Projekt wird von den Pflegekassen, den Landkreisen, dem Land Rheinland-Pfalz und der Caritas finanziert und von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung unterstützt. Seit Oktober 2012 gibt es ein regionales Demenz-Netzwerk für den Kreis Vulkaneifel, dem - neben dem Caritas Fachzentrum Demenz - ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Gesundheitsamt, Kreisverwaltung, Betreuungsverein, private Pflegeberatung, Alten- und Krankenpflegeschulen, Tagespflege, Psychiatrie, Kreis-Seniorenbeirat, Seniorenförderverein, Mehrgenerationenhaus, DRK und Pflegestützpunkte angehören. bb Kontakt und weitere Informationen gibt es bei Gertrud Simonis, Fachzentrum Demenz, Mehrgenerationenhaus, Raderstraße 9, Gerolstein, Telefon 06591/983646, E-Mail: g.simonis@caritas-westeifel.de

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