Den reichen Römern auf der Spur

Den reichen Römern auf der Spur

Seit einigen Tagen wird auf der römischen Villenanlage in Duppach-Weihermühle wieder gegraben. Das Archäologenteam richtet sein Augenmerk dieses Mal aber nicht auf die Grabstätte, sondern auf einen Töpfer-Ofen und vor allem einen römischen Stadtrat, einen "Decurio".

Duppach. In bis zu 50 Zentimetern Tiefe liegen sie, die Mauerreste eines Nebengebäudes. Nach den groben Baggerarbeiten sind jetzt flache Schaufeln und Handfeger gefragt, um die Steine freizulegen. "Das hier war eine Art Funktionsgebäude", erklärt Grabungsleiter Peter Henrich von der Universität Köln.

"Das Haupthaus der Villenanlage fehlt allerdings noch." Hinter einem großen Erdhaufen dann die zweite Grabungsstelle: Steine markieren eine große Acht im Boden, ein Bogen ist rötlich gefärbt, der andere schwarz.

"Das war vermutlich ein Töpferofen, der gegen Anfang des dritten Jahrhunderts nach Christus gebaut wurde", meint Henrich. Doch so einfach und plausibel das alles klingt, hinter den Funden verbergen sich große Rätsel. "Bis zum Bau des Ofens fehlen uns 300 Jahre Sinn und Zweck. Wir wissen, dass hier ein sehr reicher Mann, gewohnt hat, der im Stadtrat von Trier oder Köln war." Ein "Decurio" also, und das will etwas heißen.

100 000 Sesterzen musste man für dieses Amt einbringen. So viel verdiente ein einfacher Soldat in seinem ganzen Leben nicht.

Doch auch der Ofen ist mysteriös. "Hier wurde zwar Tonzeug gebrannt, für eine große Produktion ist ein Ofen aber eigentlich zu wenig. Und ein ähnliches Exemplar findet sich bisher nur in Niederstadtfeld."

Insgesamt drei Wochen wird das fünfköpfige internationale Archäologenteam versuchen, den wirtschaftlichen Zweck der Anlage zu entschlüsseln. Dann wird wieder alles abgedeckt und für den nächsten Einsatz gespart.

"Die Kosten belaufen sich auf circa 10 000 Euro", erklärt Maria Surges vom Archäologischen Förderverein Duppach. "Der Bagger und sonstige Grabutensilien werden davon bezahlt, aber auch Kost und Logis des Teams.

Zum Glück war das Getreide auf dem Feld schon abgeerntet, sonst hätten wir dem Landwirt den Ausfall bezahlen müssen." Doch die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Landwirten läuft immer besser: "Die Pächter und Grundstücksbesitzer sind wirklich geduldig mit uns", lobt auch Grabungsleiter Peter Henrich.

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