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Den Tod als Teil des Lebens begreifen

Den Tod als Teil des Lebens begreifen

Mit einem gleichermaßen lebendigen und informativen Vortrag über Hospizarbeit ist die Veranstaltungsreihe "Leben mit dem Tod" in der Pfarreiengemeinschaft Hillesheimer Land zu Ende gegangen. Eine intensive und schöne Woche sei es gewesen, resümieren Gemeindereferentin Stefanie Peters und Pfarrer Andreas Paul als Verantwortliche.

Hillesheim. Seit 16 Jahren ist die gelernte Krankenschwester Tatjana Kolb (41) in der Hospizarbeit tätig. "Und ich bin immer noch nicht traurig", sagt sie mit einem Augenzwinkern - "aber demütig." Überaus lebendig berichtet sie vor etwa 30 Zuhörern in der Hillesheimer Pfarrkirche von der Hospizbewegung - von der ersten Einrichtung weltweit in London (1967), der ersten deutschen in Aachen (1986) und der Gründung des Hospiz\' "Stella Maris" (1990) in Mechernich (Kreis Euskirchen), dem Arbeitsplatz von Tatjana Kolb. Heute gibt es bundesweit 190 stationäre Hospize und 1500 ambulante Hospizdienste. Allein 80 000 Frauen und Männer sind ehrenamtlich in der Hospizbegleitung tätig.
Im "Stella Maris" ist Platz für zwölf schwersterkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Sie werden besonders begleitet, da weder Heilung noch Stillstand der Erkrankung mehr zu erwarten sind. "Wir nehmen nicht einzelne Menschen auf, sondern schließen auch die Angehörigen auf der letzten Lebensstrecke mit ein", betont Tatjana Kolb. Zum Team gehören Hospizpflegefachkräfte, Ärzte, ehrenamtliche Hospizbegleiter, Therapeuten und Seelsorger. "Unsere Begleitung ist eins zu eins", erklärt sie mit Blick auf die personal- und zeitintensive Ausrichtung nach den individuellen Bedürfnissen des Hospizgastes mit dem Ziel "Jedem Tag mehr Leben geben". So strömt in diesen Wochen durchaus der Duft selbst gebackener Plätzchen durch das Haus. Es wird viel gelacht. Und wenn ein Gast stirbt, werden Rituale gepflegt.
Mit Tatjana Kolbs Vortrag endete die zehnteilige, von Gemeindereferentin Stefanie Peters und Pfarrer Andreas Paul konzipierte Veranstaltungsreihe um das Thema Tod. "Es war eine sehr intensive, sogar sehr schöne Woche", resümierten die beiden Seelsorger im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Im Rückblick war der Vortrag von Professor Martin Lörsch (Trier) mit der Eröffnung der Ausstellung "Suizid - Keine Trauer wie jede andere" besonders gut besucht (der TV berichtete) und auch die beiden Filme im Kino Hillesheim sowie der Gesprächsabend über "Trauer braucht Zeit" in Bolsdorf. Das seit einigen Jahren bestehende Trauercafé habe im Rahmen der Veranstaltungsreihe neue Aufmerksamkeit erfahren, berichten die Gemeindereferentin und der Pfarrer. Inhaltlich sehr gut seien zwar der Auftritt der Clownin in Gerolstein, die Fahrt zum Modellfriedhof nach Karlsruhe und das Konzert in der Pfarrkirche Hillesheim gewesen - "aber hier war das Interesse eher gering", bedauern Stefanie Peters und Andreas Paul. bb