Der Angelverein Gillenfeld hat Insektenhotels an den beiden Maaren errichtet.

Vereine : Mit der Natur verbunden

Der Angelverein Gillenfeld hat Insektenhotels an den beiden Maaren errichtet und kümmert sich auch sonst um alle Belange des Naturschutzes in der unmittelbaren Umgebung.

Echte Angelfreunde sitzen stundenlang in der Natur und können dabei einiges beobachten. So wie vielen Menschen, ist auch den Mitgliedern des Angelvereins Gillenfeld aufgefallen, dass es immer weniger Insekten gibt. Frank Marten, Kassenwart und Schriftführer zugleich, sagt dazu: „Die Hauptursache für das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften und Herbiziden (zum Beispiel Glyphosat), Überdüngung und die pflegeleichte, ausgeräumte, monotone Agrar-Landschaft.“ Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, wie groß der Rückgang ist. „Insektenforscher haben festgestellt, dass 75 Prozent dieser Tiere verschwunden sind“, so Marten.

Ein besonders bedrückendes Phänomen sei die Fernwirkung der Gifte und Düngemittel selbst in weit entfernte Naturschutzgebiete. Aber wie kann man dem entgegenwirken?   Die Petrijünger aus Gillenfeld reden nicht lange, sie handeln – und zwar mit Insektenhotels, von denen der Angelverein als aktuelles Projekt je eins am Holzmaar und Pulvermaar errichtete. „Wichtig dabei ist, dass verschiedene Lochgrößen und verschiedene Materialien eine Vielzahl von Insekten anlocken, die dann  ihre Eier und Larven ablegen können“, sagt Lothar Krupp, der die Kästen baute. „Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten. Ein Insektenhotel im Garten, eine Blumenwiese anstatt einen reinen Zierrasen. Allein schon den Rasen nicht zu oft und zu kurz mähen, hilft unseren kleinen Freunden, die am Anfang unseres wichtigen Ökosystems stehen“, betont Marten.

Aber das ist noch nicht alles, was der Verein, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, zu bieten hat. Neben dem Angelsport ist den 162 Mitgliedern auch die Pflege der Natur rund um die beiden Gillenfelder Maare sehr wichtig. Zwei Mal im Jahr werden die Ufer der beiden Gewässer von Gestrüpp und Unrat befreit. So wurden auch Nistkästen für Vögel aufgestellt und der Sammetbach am Holzmaar renaturiert. Seit Jahren besitzen die Angler aus Gillenfeld eine Bachpatenschaft über den Oberlauf der Sammet und wurden deshalb auch schon vom Umweltministerium für ihre Arbeit ausgezeichnet.
Und seit dem vergangenen Jahr hat der Angelverein nun ab dem Auslauf des Holzmaares auf einer Bachstrecke von rund vier Kilometern die Sammet bis zum Stauwehr-Sammetbach gepachtet. Unmittelbar am Ufer des Pulvermaars besitzt der Verein einen eigenen Bereich mit  kleiner Hütte und gemütlichem Sitzplatz außen sowie einem Anlegeplatz für die acht eigenen Boote, mit denen sie zu jeder Tageszeit aufs Maar hinausrudern und hier angeln können.  Da sind auch spontane Aktionen wie ein Drei-Tage-Angeln nicht unüblich. Natürlich sind auch Gäste willkommen, die sich im Ort einen Angelschein ausstellen lassen können.

Die Mitglieder im Alter von sieben bis 88 Jahren beteiligen sich an den Aktionen. „Alle packen mit an“, sagt Wolfgang Thiel, der seit 2003 als Vorsitzender den Verein führt. „Der Zusammenhalt in unserem Verein ist vorbildlich.“ Selbstverständlich wird auch die Ortsgemeinde bei den verschiedensten Anlässen vom Angelverein unterstützt. „An der Ferienfreizeit in diesem Sommer beteiligen wir uns auch und bieten den Kindern einen Einblick in unseren Verein“, sagt Thiel. Bis dahin sollen aber in den nächsten Wochen noch die Fußwege rund ums Holzmaar besser begehbar gemacht werden.

Mehr Informationen zum Angelverein Gillenfeld und seinen Aktivitäten gibt es unter www.avgillenfeld.de