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Der Caritasverband Westeifel bietet bald ambulante Palliativversorgung an

Soziales : Der Caritasverband Westeifel bietet bald ambulante Palliativversorgung an

Der Caritasverband Westeifel (CVW) bietet ab dem 1. Juli Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) als neuen Dienst an. Und zwar für den Eifelkreis Bitburg-Prüm, den Kreis Vulkaneifel und die Verbandsgemeinde (VG) Ulmen.

„Du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben“: Mit diesem Wort von Cecily Saunders (1918-2005), der englischen Ärztin und Pionierin der Palliativmedizin, setzt Regina Fromme den symbolischen Startpunkt für die SAPV. Gemeint ist damit die medizinische, pflegerische, spirituelle und psychosoziale Begleitung und Versorgung unheilbar kranker Menschen zu Hause, in Alten- und Pflegeeinrichtungen und im stationären Hospiz.

Und zwar ergänzend und unterstützend zur bestehenden Versorgung. Wo Heilung nicht (mehr) möglich ist, steht anstelle eines kurativen (heilenden) Ansatzes die palliative (lindernde) Zielrichtung im Vordergrund. Die Krankenkassen gehen von einem Bedarf bei etwa zehn Prozent der unheilbar Kranken aus.

Koordinatorin des neuen Angebotes ist die gelernte Krankenschwester Regina Fromme; ihr Büro wird im St. Joseph-Krankenhaus in Prüm angesiedelt. Das Team aus Palliativmedizinern (unter Leitung der Ärztin Gabriella Rose) und Pflegefachkräften mit spezieller Weiterbildung nimmt am 1. Juli seine Tätigkeit auf. Betroffene und Interessierte können sich aber schon ab sofort beraten lassen (siehe Info). Das Versorgungsgebiet umfasst den Eifelkreis Bitburg-Prüm, den Kreis Vulkaneifel und die VG Ulmen mit insgesamt rund 170 000 Bewohnern.

  

Seit zwölf Jahren gibt es den gesetzlichen Anspruch auf die SAPV. Doch in Rheinland-Pfalz bestehen nach wie vor massive Lücken, und nur ein gutes Dutzend SAPV-Teams ist bisher im Einsatz – „da es gerade in ländlichen Regionen außerordentlich schwierig ist, das aufwendige Konzept zu realisieren“, räumt der Caritasdirektor Winfried Wülferath ein.

Tatsächlich sei die SAPV ein Kraftakt für seinen Verband und bedeute großes personelles und finanzielles Engagement. In der Anlaufphase, etwa wenn das Büro eingerichtet werde und Fahrzeuge angeschafft würden, sei mit einer roten Zahl in sechsstelliger Höhe zu rechnen, sagt Wülferath.

„Aber die Palliativversorgung ist ein besonderes Anliegen der Caritas“, betont er. Und erinnert an den bereits 1998 begonnenen Aufbau eines ambulanten Palliativdienstes. Dass die SAPV nun in der Trägerschaft des CVW an den Start gehe, sei daher ein erfreulicher Anlass und ein emotionaler Moment gleichermaßen.

  

Wenn Wülferath von „einem Höchstmaß an Teamarbeit“ spricht, meint er die Unterstützung des Kernteams durch niedergelassene Palliativmediziner, den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst des CVW, die Lebensberatung Gerolstein und Bitburg, die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, die sozialen Dienste des CVW, Seelsorger, Gemeinde- und Pastoralreferenten, Apotheken. Weitere Kooperationen sind geplant.

„Alle beteiligten Dienste und Partner sind ein bedeutender Bestandteil in der individuellen Begleitung des Betroffenen und seines Umfeldes“, bringt die Koordinatorin Regina Fromme das Grundanliegen der SAPV auf den Punkt. Ganz einem weiteren Wort von Cecily Saunders entsprechend: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“