Der Eifel ihr Gesicht lassen: Mahnkreuz auf Kyllerhöhe wird mit ökumenischem Gottesdienst eingeweiht

Hillesheim · Die Sorge um die Bewahrung der Schöpfung in der Vulkaneifel hat etwa 80 Menschen auf der Kyllerhöhe bei Hillesheim zusammengeführt. Dort segneten der katholische Ruhestandsgeistliche Hermann Meyer und der evangelische Pfarrer Thilo Müller im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes ein Mahnkreuz ein.

Der Eifel ihr Gesicht lassen: Mahnkreuz auf Kyllerhöhe wird mit ökumenischem Gottesdienst eingeweiht
Foto: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"

Hillesheim. "Von der Idee bis zur Tat" skizzierte Pfarrer Thilo Müller am Ende des Gottesdienstes den Verlauf. Die Idee stammte von dem Ruhestandsgeistlichen Hermann Meyer (der Trierische Volksfreund berichtete). Ihm schloss sich die Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt der Eifelvulkane an. Die Firmen B&J Holzbau (Nohn) und Bauunternehmung Bauer (Hillesheim) stellten das drei Meter hohe Kreuz her und auf. "Aber ohne die Zustimmung des Grundstückseigentümers Peter Backes aus Stadtkyll wären alle Bemühungen umsonst gewesen", erklärte Pfarrer Müller. Und sagte unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher: "Damit hat Herr Backes Zivilcourage bewiesen, und das rechnen wir ihm hoch an."

Zunächst hatten die beiden Geistlichen und ein Ensemble der Musikkapelle Hillesheim die Feier direkt am Bergkreuz eröffnet. Dann wurde der Gottesdienst auf dem Römerweg fortgesetzt - mit Instrumentalmusik, Liedern und Gebeten.
Die Predigt hielt Hermann Meyer. "Wir sind sehr besorgt um den Fortbestand unserer geliebten Eifellandschaft", erklärte er zur Motivation, an der markanten Stelle ein Mahnkreuz zu errichten. Meyer deutete auf die zwölf umliegenden Vulkanberge - "Einzigartig!", schwärmte er. Und er wies auf die vier Abbruchstellen in Sichtweite der "Kyllerhöhe" hin und zeichnete ein Bild von gähnenden, tiefen Gräben und verlassenen öden Bergruinen, wenn die Vulkanberge im bisherigen Ausmaß weiter abgetragen würden. Er appellierte an die Verantwortlichen, "der Eifel ihr Gesicht zu lassen". Das Kreuz solle Kraft geben und Mahnung sein sowie Zeichen der Hoffnung und Toleranz und des Friedens, schloss Pfarrer Meyer seine Predigt.Extra

Albert Hermes, Berndorf: "Das war eine wunderbare Aktion und Inszenierung! Die beiden Kirchengemeinden und die IG haben ein Zeichen gesetzt gegen den Raubbau an der Natur. Denn wie bisher darf es damit nicht weitergehen." Gisela Kannenberg, Daun: "Ich bin begeistert von diesem ökumenischen Gottesdienst mit seiner großen Toleranz. Ich bin so froh, dass die IG, deren Mitglied ich bin, auf diese Weise eine religiöse Rückbindung erfährt. Unter all den bisherigen Aktionen der IG nimmt diese hier für mich eine ganz besondere Position ein. Die Stelle, an der das Kreuz steht, ist großartig." Resi Schmitz, Gerolstein: "Ich finde die Resonanz auf die Einweihung und den Gottesdienst einfach super. Der Schuttberg ist der am besten geeignete Standort für das Mahnkreuz, denn von dort aus hat man einen Blick auf das, was wir lieben und was in Gefahr ist." bb

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