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Der erste rheinische Kaiser im Mittelpunkt einer Ausstellung

Der erste rheinische Kaiser im Mittelpunkt einer Ausstellung

An Postumus, den ersten rheinischen Kaiser, erinnert eine Sonderausstellung in der Römervilla in Ahrweiler. Sie ist bis zum 17. November zu sehen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts endete eine lange Friedenszeit. Nachdem die am Rhein stationierten Truppen zu einem Feldzug in Richtung Syrien abkommandiert worden waren, war die Rheingrenze ungeschützt. Germanische Räuberbanden nutzten die Gelegenheit, raubten und plünderten. Keine Stadt und kein Gutshof war vor ihnen sicher. Aus Rom gab es keine Unterstützung. Und so übernahm Postumus, der Kölner Militärkommandant, die Initiative.
Mit seinen wenigen verbliebenen Soldaten nahm er den Kampf mit den Räuberbanden auf. Er versperrte ihnen den Rückzug über den Fluss und nahm ihnen die Beute ab. Einige dieser Beutestücke, wie ein goldener Ring und diverse Gerätschaften, sind in den Vitrinen im Museum ausgestellt. So sorgte Postumus wieder für Ordnung und Sicherheit. Zum Dank wählten ihn Soldaten und Zivilbevölkerung zum Kaiser. 15 Jahre später war es mit dem von Köln aus regierten Gallischen Sonderreich vorbei. Das Gebiet wurde wieder Teil des Römischen Reiches. Museumsleiter Hubertus Ritzdorf erklärt die Besonderheit dieser eineinhalb Jahrzehnte: "Postumus zettelte keinen Bürgerkrieg an, sondern beruhigte die Lage an der Grenze und schaffte so auch Frieden im Inneren." Dies sei einmalig.
Viele Exponate, die einen Einblick in das Leben im 3. Jahrhundert geben, stammen aus der Region. Darunter Gefäße von den Ausgrabungen im Ahrweiler Stadtwald und ein Tränenfläschchen, das in Bachem gefunden wurde. Leihgaben aus anderen rheinischen Museen komplettieren die Schau.