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Der Hausmeister wird zum Helden

Der Hausmeister wird zum Helden

In der Grundschule Waldstraße in Gerolstein hat es gestern Morgen gebrannt. Verletzt wurde dank der schnellen Reaktion des Hausmeisters und der Feuerwehr aber niemand. Die rund 330 Kinder wurden für eine Stunde in Sicherheit gebracht, danach ging der Unterricht weiter.

Gerolstein. Helle Aufregung am frühen Morgen in der Grundschule Waldstraße in Gerolstein. In der Turnhalle haben gerade zwei Klassen in der ersten Stunde Unterricht. Niemand von ihnen bekommt mit, was sich eine Etage tiefer in unmittelbarer Nähe gerade tut. Auch Hausmeister Helmut Dahm (55) bemerkt zunächst nichts.

Erst als er in Richtung Heizungsraum geht, weil er dort etwas abstellen will, nimmt er leichten Brandgeruch wahr. Er schaut durch eines der beiden kleinen Fenster und erschrickt: "Da war überall Qualm, und aus der Heizungsanlage schlugen Flammen." Daraufhin öffnet er, der seit rund 40 Jahren Feuerwehrmann bei der Wehr in Lissingen ist, die Tür, packt den Feuerlöscher und versucht, den Brand zu löschen.

"Da ich aber rasch gemerkt habe, dass das nicht reicht, habe ich die Tür wieder zugemacht, bin rüber ins Hauptgebäude gerannt und habe sofort Feueralarm ausgelöst." Um 8.26 Uhr geht der Alarm bei der Feuerwehr in Gerolstein ein, um 8.31 Uhr sind die ersten Einsatzkräfte nach Angaben von Gerolsteins neuem Wehrführer Thomas Ballivet an der Schule. Kurze Zeit später treffen die nachalarmierten Wehren aus Lissingen, Büscheich und Biresborn ein - insgesamt 50 Wehrleute.

Während Hausmeister und Einsatzleitung dafür sorgen, dass der Strom in der gesamten Schule abgestellt wird, evakuieren Schulleitung und Lehrer die rund 330 Kinder und bringen sie in die Turnhalle der benachbarten Förderschule. Letztlich wird niemand verletzt.

Wehrführer Ballivet lobt: "Das lief alles sehr ordentlich und diszipliniert ab, was gut für die Kinder und für uns war, weil wir niemanden in den Füßen hatten." Während ein Trupp unter Atemschutzmasken und mit Schaumlöschmittel den Brand bekämpft, saugt ein anderer Trupp den Rauch ab, der sich inzwischen auch in den Umkleidekabinen und im Flur zur Turnhalle breitgemacht hat.

Zusätzlich scannt ein Kollege der Feuerwehr Hillesheim mit einer Wärmebildkamera das Gebäude nach weiteren Brandherden und Glutnestern ab. Er findet aber nichts mehr. Ballivet sagt: "Um 8.55 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, um 9.15 Uhr gelöscht."

Gut eine Stunde nach Bemerken des Brands ist der Spuk wieder vorbei. Die Kinder kehren in ihre Klassen zurück, der Unterricht geht weiter. Die Feuerwehr und das DRK packen zusammen und rücken ab, die Polizei untersucht noch den Brandherd. Sie geht von einem technischen Defekt als Brandursache aus und lobt besonders den "schnellen und beherzten Einsatz des Hausmeisters".

Auch Schulleiter Stefan Gerber ist nach eigenem Bekunden "heilfroh, dass alle von Anfang bis Ende so besonnen reagiert haben und niemand verletzt wurde". In den nächsten Tagen soll untersucht werden, ob die Heizung, die ausschließlich der Turnhalle dient, repariert werden kann oder komplett ausgetauscht werden muss. Der Unterricht werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, sagt Gerber.

Wehrführer Ballivet, für den der Einsatz nach seiner Amtsübernahme erst vor einigen Monaten die sprichwörtliche Feuertaufe war, sagt: "Ich bin stolz und froh, dass alles so astrein geklappt hat und niemand verletzt wurde."