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Der Herr der Chroniken

Kolverath/Neuwied. Am Erscheinen von 35 Büchern - überwiegend zur Geschichte der Eifel, besonders des Kelberger Raums, war Erich Mertes als Autor oder Co-Autor beteiligt, Dutzende Artikel für Zeitschriften, Broschüren und Jahrbücher hat er verfasst. Am 1. Mai wird der aus Kolverath bei Kelberg stammende Heimatforscher 90 Jahre alt.

Kolverath/Neuwied. "Ich kann es selbst kaum glauben", meint Erich Mertes am Telefon, als ihn der Trierische Volksfreund auf die Liste von 35 Büchern anspricht, die er allein verfasste oder mit einem oder mehreren Mitstreitern schrieb. Zudem zeichnet Mertes als Verfasser von etlichen Artikeln in Heimatjahrbüchern des Kreises Vulkaneifel verantwortlich. "Ich kann es selbst kaum glauben", sagt er auch mit Blick auf seinen unmittelbar bevorstehenden runden Geburtstag. Am 1. Mai wird Erich Mertes - verheiratet, vier Kinder, wohnhaft in Neuwied - 90 Jahre alt und ist "noch gut auf den Beinen." Geboren in Kolverath bei Kelberg, hatte er nach Kriegsdienst und -gefangenschaft zunächst an Dolmetscherschulen Englisch, Französisch und Spanisch studiert, war als Fremdsprachenkorrespondent und Sprachlehrer tätig und wurde dann Direktor bei einer Versicherung. "Meine selbstständige Arbeit ermöglichte es mir, in Archiven und vor Ort zu recherchieren", erklärt er den erstaunlichen Umfang seiner Schriften. So legte er ein zweibändiges Standardwerk zu den Mühlen der Eifel vor. Er entdeckte archäologische Fundstellen, bestückte Bildbände und listete die Toten und Vermissten der beiden Weltkriege auf. Die Dörfer Lirstal, Nitz, Höchstberg, Beinhausen, Oberelz, Mannebach, Uersfeld, Bongard, Sassen, Bodenbach, Reimerath und Gelenberg haben dank des Engagements und Zutuns von Mertes eine Chronik, die Kelberger Ortsgruppe des Eifelvereins ein Geschichtenbuch, die Verbandsgemeinde (VG) Kelberg zwei Bände mit "Sagen, Geschichte und Brauchtum" und "Geschichte, Kultur und Literatur". Mertes hatte auch die Idee einer Geschichtsstraße in der VG, die 2001 eröffnet wurde.
1996 erhielt Mertes die Verdienstmedaille des Landes, im Jahr 2000 ehrte ihn das Haus der Geschichte in Bonn im Rahmen der Internet-Kampagne "Menschen und Orden". Zu Mertes' heimatgeschichtlichen Mitstreitern gehören unter anderem Franz Josef Ferber (Daun), Alois Mayer (Daun) und Peter Bauer (Mannebach), ein Cousin des Jubilars. bb