Der Himmel ist die Grenze

Der Himmel ist die Grenze

"Fesselflug-Modelle waren die Ersten, die in Daun geflogen sind", erinnert sich Bernd Hein an seine ersten fliegerischen Erfahrungen. Aus den Modellen wurden richtige Flugzeuge. Der 72-jährige Dauner hat vor 55 Jahren den damaligen "Aero-Club Daun" mitbegründet, der heute Segelflugverein Vulkaneifel heißt.

Daun. "Wir sind Sportflieger, keine Hobbypiloten", betont Bernd Hein. Die Unterscheidung ist ihm wichtig, denn Fliegen sei als Verkehrsart weit mehr als ein Hobby, erklärt Hein. "Es geht dabei um Sicherheit. Die eigene und die von Fluggästen", erklärt der erfahrene Pilot.
Und diese Sicherheit gebe es nur durch ständige Praxis. Auf seinem persönlichen Flugkonto stehen mehr als 24 000 Starts und Landungen mit Segelflugzeugen und Motorfliegern. Er hat also viel Erfahrung gesammelt seit seinem ersten Start.
Den hat er 1956 erlebt, "in Prüm, da bin ich mit dem Fahrrad hin gefahren", erinnert sich Hein schmunzelnd. Ein Jahr später wurde der Aero-Club Daun gegründet - und Bernd Hein war natürlich mit dabei. "Damals haben wir nach den Vereinssitzungen Fesselflug-Modelle fliegen lassen, mitten auf dem Dauner Marktplatz. Die Nachbarn waren wohl nicht so begeistert von dem Krach", so der begeisterte Flieger.

Auch die Anfänge des Flugplatzes auf der Senheld, zwischen dem Weinfelder Maar und dem Schalkenmehrener Maar, waren eher abenteuerlich. "Das war eine normale Wiese, die eigentlich zu kurz war, und gestartet sind wir mit einer Winde."
Den Flugplatz schlug Hein auch als Treffpunkt für das erste Rendezvous mit seiner damaligen Angebeteten Renate vor. Sie kam und fand Gefallen nicht nur an Bernd Hein, sondern auch am Fliegen. Die Ehe hat gehalten, "aber das funktioniert nur, wenn der Partner selbst Spaß am Fliegen hat oder das zumindest mit trägt", weiß Hein; denn die Leidenschaft für die Fliegerei ist sehr zeitintensiv.
Neben der Wartung und Pflege der Maschinen kümmern sich die Vereinsmitglieder auch um ihren Flugplatz und vor allem um Gäste. "Wir haben hier so eine tolle Landschaft und wir haben das Glück, dass wir Besuchern das alles von oben zeigen können", gerät Hein ins Schwärmen. Touristen und Einheimische wollen betreut werden, aber auch Flieger aus anderen Regionen müssen Start und Landung auf dem kleinen Flugfeld erst üben.
"Das ist hier, wie auf einem Flugzeugträger, der sich nicht in den Wind drehen kann, mit vielen Querwinden, und deshalb buckelt das schon mal", erklärt Hein lächelnd.
Der Flugplatz ist mit asphaltierter Bahn und gemauerter Flugleitstelle moderner geworden. Geblieben ist bei Bernd Hein die Leidenschaft fürs Fliegen, und "irgendwann schreibe ich mal ein Buch, das Senheld-Epos. Aber das mache ich erst, wenn ich alt bin", sagt der 72-Jährige und lacht dabei.Extra

Bernd HeinAlter: 72 Beruf: Rentner Hobby: Das Fliegen filmisch festhalten und durch Wandern, Walken und Schwimmen fit halten fürs Fliegen. Daun ist für mich: ein schönes Städtchen und Lebensmittelpunkt mit Familie und Verein. Mein Lieblingsplatz: Die Senheld und in der Luft darüber. AIX