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Der Impfstau in der Vulkaneifel löst sich nur allmählich auf.

Corona-Impfungen : Impfen, was das Zeug hält

Die vergangenen Tage waren in punkto Impfungen chaotisch: stundenlanges Warten vor Impfbussen und provisorisch wiedereröffneten Impfzentren, lange Wartelisten in den Hausarztpraxen. Der Impfstau löst sich nur allmählich auf.

Einen Anlass für ein Mutmacherposting in den sozialen Medien fand in diesen Tagen das Hausärztliche Versorgungszentrum Daun. Zum Monatswechsel waren 10 000 Impfungen verabreicht. Auch im Medizinischen Versorgungszentrum Nephrocare wird derzeit geimpft, was das Zeug hält. Allerdings sind die Wartelisten überall noch immer lang und manches Mal geht mittendrin der Impfstoff aus, so dass nicht alle vergebenen Termine tatsächlich von einem Piks gekrönt werden.

Mehrere Anläufe bis zur Impfung Die Patientinnen und Patienten, die alters- oder gesundheitsbedingt nicht ganz oben auf der Liste stehen, haben das Risiko, unverrichteter Dinge abgewiesen zu werden und erneute Anläufe unternehmen zu müssen. Die Politik diskutiert darüber, dass zeitnah auch Zahnärzte oder Tierärzte mit in den Einsatz sollen, um bis Weihnachten die avisierten dreißig Millionen weiteren Impfungen zu verabreichen.

Eine stichprobenartige Umfrage des Trierischen Volksfreunds offenbart jedoch, dass hierzu zumindest noch nicht in allen entsprechenden Praxen Informationen eingetroffen sind. Eine Einbindung dieser Ärzte in konkrete Planungen – die logistisches Neuland inklusive Impfstoffbeschaffung und extra Terminvergabe erfordern  – scheint bislang nicht durchgehend stattgefunden zu haben. „Wir wissen dazu nichts“, heißt es in der Zahnarztpraxis Hoffmann und Poetzsch in Daun. Ähnlich lautet die Auskunft der tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Bürgener und Kirschner in Kelberg: „Bisher planen wir nicht, uns an den Corona-Impfungen zu beteiligen.“

Impfen ist dennoch für diese und andere Tierarztpraxen ein Problemthema, denn für die Standardimpfungen der vierbeinigen Lieblinge ist es deutschlandweit eng geworden. Grund auch hier: Corona. Sowohl die Grundstoffe wie die Durchstechfläschchen, in denen die Impfstoffe abgefüllt und geliefert werden, sind knapp, wie die „Aktion Menschen für Tiere e. V.“ mitteilt. Den Mangel bestätigen Veterinäre wie auch die Kelberger Praxis. Corona hat vor Ort weitere Spuren in der Tierarztpraxis hinterlassen: Die bisherigen offenen Sprechstunden sind Vergangenheit, es geht nur noch nach Terminvereinbarung. Der Nachweis über den menschlichen Impfstatus beziehungsweise ein aktueller Negativtest muss mitgebracht werden.

Da kommen die Testzentren ins Spiel, die zwischenzeitlich drastisch zurückgefahren worden waren und nun einen erneuten Ansturm erleben angesichts von 2G-plus- oder 3G-Regelungen, um in ein Restaurant, einen Event oder an den Arbeitsplatz zu kommen.

„Es war für uns absehbar“, schildert Sophie Scheppe, Geschäftsführerin der Vulkaneifel Apotheken OHG mit Standorten unter anderem in Daun und Gerolstein, „daher sind wir gerüstet.“ Die Kapazitäten an Tests seien ebenso vorhanden wie das benötigte Personal. „Wir arbeiten ständig an der Optimierung der Abläufe, um lange Wartezeiten und auch Kontakte zwischen den Wartenden zu vermeiden.“ Neu eingerichtet wurde beispielsweise eine neue Teststation am touristischen Hotspot Schalkenmehren.

Zurückhaltung bei Apotheken Das zusätzliche Impfen durch Apothekerinnen und Apotheker stößt bei diesen auf Zurückhaltung. Der Apothekerverband Rheinland-Pfalz verweist auf die Voraussetzungen: „Geschultes Personal, geeignete Räume, Dokumentationspflichten – das kann nicht schnell umgesetzt werden und muss zentral geregelt sein“, so Petra Engel-Djabarian, Apothekerin aus Worms und Pressesprecherin des Verbands. Infrage kämen ihrer Einschätzung nach vor allem die 2600 Apotheken, die am bundesweiten Modellversuch zur Grippeimpfung teilnehmen. „Noch ist gar nichts klar. Und viele Apotheken sind mit ihren anderen Aufgaben stark ausgelastet.“

Dieter Schmitz, Impfkoordinator des Landkreises Vulkaneifel, hat ebenfalls noch keine Informationen seitens des Landes erhalten, wie und wann Apotheken oder Tier- und Zahnarztpraxen eingebunden werden könnten. „Ich bin nur froh, dass wir das Impfzentrum in Hillesheim wieder hochfahren konnten, wenngleich auf die Termine natürlich ein riesiger Ansturm herrscht. Aber alle Menschen, die dort bis vor kurzem im Einsatz waren, haben sich sofort bereiterklärt, wieder mitzumachen. Das ist Eifel!“