Der Industrie- und Gewerbeparkin Nerdlen-Kradenbach ist um mehr als 7 Hektar erweitert worden.

Wirtschaft : Mehr Platz für mehr Jobs

Der Industrie- und Gewerbepark (IGP) Nerdlen-Kradenbach bekommt Zuwachs. Rund 7,3 Hektar wurden neu erschlossen, die Hälfte davon ist bereits vergeben.

Wer angesichts des Hauptstadtflughafens und anderer Projekte glaubt, öffentliche Bauvorhaben müssten zwangsläufig zeitlich und kostenmäßig aus dem Ruder laufen, sollte einen Blick in die Verbandsgemeinde (VG) Daun werfen, um sich eines Besseren belehren zu lassen. Zugegeben, die Erweiterung des Industrie und Gewerbeparks (IGP) der VG Daun in Nerdlen-kradenbach ist deutlich bescheidener konzipiert – aber offenbar auch realistischer.

Nachdem 2016 die ersten Überlegungen hierzu spruchreif wurden und die Verbandsgemeinde auf Fördermittelakquise ging, kann noch in diesem Jahr seitens der ersten Ansiedler mit dem Bau begonnen werden. „Das ist doch sehr schnell gelaufen“, meint Manfred Hein, Geschäftsführer des im IGP ansässigen Technologie- und Gründerzentrums und verantwortlich für die Vermarktung des Areals. „Außerdem haben wir den Kostenrahmen bislang sogar um rund eine halbe Million Euro unterschritten.“ Etwa die Hälfte der 3,1-Millionen-Euro-Investition steuerte das Land bei.

Mitverantwortlich für die Leistung sei die gute Zusammenarbeit mit zwei in der Eifel angesiedelten Firmen gewesen, welche rund 125 000 Kubikmeter Erde bewegten und die Straßen in den drei neuen Parzellen anlegten, die nun eingeteilt werden. „Je nach Bedarf der Unternehmen, die sich ansiedeln, können die noch weiter unterteilt werden“, so Hein.

Drei Plateaus sind nun voll erschlossen, mit einer Internetanbindung, die das „non plus ultra“ sei: FTTH („fibre to the home“), also Glasfaser bis ins Gebäude hinein. „Auf unsere Vermarktungsbemühungen gibt es eine gute Resonanz“, sagt Hein. Klar sind bereits zwei Käufer: Die Spedition Gräfen wird auf dem neuen Gewerbegelände expandieren. Zudem wird ein in der Verbandsgemeinde Daun bereits ansässiger Betrieb hier ein neues Geschäftsfeld eröffnen. „Einen Namen kann ich derzeit aber noch nicht nennen“, meint Hein.

Mit weiteren Interessenten sei man konkret im Gespräch, unter ihnen eine Existenzgründung sowie ein Unternehmen, welches aus dem Raum Koblenz stammt und somit für die Verbandsgemeinde Daun ebenfalls eine echte Neuansiedlung ist.

Die Käufer gehen eine auf fünf Jahre befristete Bauverpflichtung ein: In diesem Zeitraum muss gebaut werden. Die Spedition werde eventuell noch in diesem Jahr damit beginnen, das noch nicht genannte, jedoch vorvertraglich bereits gebundene Unternehmen voraussichtlich im kommenden Jahr. Die Chancen, dass bald neue Arbeitsplätze im IGP in Nerdlen-Kradenbach entstehen, sind also gut. „Wir haben gemerkt, dass allein schon der Weiterbau der A 1 bis zu den Anschlussstellen Gerolstein und Kelberg einen Schub gab“, betont Hein und hofft, dass es nicht mehr allzu lange dauert bis zum definitiven Lückenschluss, den er in seiner jetzigen Funktion jedoch nicht mehr erlebe, denn er geht bald in den Ruhestand.

Ohne diese Anbindung gab es in den Jahren zuvor relativen Stillstand und einige Unternehmen hatten sich enttäuscht geäußert, dass die schnelle Logistik, mit der sie bei ihrer Standortwahl fest gerechnet hatten, tatsächlich doch nicht gewährleistet war.

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