Der Kyllumbau vor dem Bahnhof in Gerolstein wird auf 2020 verschoben

Bauvorhaben : Kyllumbau wird auf 2020 verschoben

Beim zweiten Bauabschnitt des Gewässerprojekts zwischen Hochbrücke und Postgebäude in Gerolstein bahnt sich eine Lösung bezüglich der massiven Mehrkosten an. Ein weiteres Jahr Verzögerung ist aber höchst wahrscheinlich.

Wie ist der aktuelle Stand der Kostenverteilung? Was bleibt letztlich an der Stadt hängen? Und vor allem: Wann geht es endlich los? Das sind die zentralen Fragen, wenn es um den zweiten Abschnitt des Kyll-Umbaus in Gerolstein, zwischen Hochbrücke und Postgebäude im Bereich des Bahnhofs, geht. Dort soll ähnlich wie im Kyllpark am Rathaus ein neuer Treff- und Anziehungspunkt entstehen. Mit einem Abriss der trennenden Mauer und anstelle dieser Sitzstufen vom Niveau des Bahnhofsvorplatzes (rechts und links von der großen Linde) bis hinunter an das Wasser.

Aber am besten ohne eine ähnliche Kostensteigerung wie beim Kyll-Park am Rathaus. Aber daraus wird nichts. Hat sich der erste (bereits gebaute) Bauabschnitt von einer auf 1,4 Millionen Euro verteuert, so steht beim zweiten Bauabschnitt eine noch höhere Kostensteigerung bevor. Zunächst wurde von 523 000 Euro ausgegangen (und nur davon wollte das Land 90 Prozent Zuschuss zahlen: 470 000 Euro), nun steigen die Kosten nach der Ausschreibung auf 1,13 Millionen Euro. Demnach wäre ein Stadtanteil von 660 000 Euro fällig – unbezahlbar für die Stadt und ohne Aussicht auf Genehmigung.

Daher hat Rathauschef Hans Peter Böffgen (parteilos) Gespräche geführt, „um die Kosten zu reduzieren und die Einnahmen zu steigern“. Also einerseits mit der Firma, die das beste Ausschreibungsergebnis geliefert und so Anspruch auf die Auftragsvergabe hat, andererseits mit dem Land als Zuschussgeber. Das Argument der Stadt: Da das Projekt auch Maßnahmen des Stadtumbauprogramms (wie die Stützmauer auf Niveau der Straße) enthält, wurde mit der ADD darüber verhandelt, ob diese nicht gesondert bezuschusst werden können. Laut Böffgen wurde eine Bezuschussung in Aussicht gestellt. Böffgen fasst es so zusammen. „Wenn alles so genehmigt wird wie besprochen, erhält die Stadt rund 700 000 Euro Zuschuss für die Gesamtmaßnahme. Das wäre deutlich mehr als zunächst angenommen, es würde aber dennoch 109 000 Euro mehr Stadtanteil bedeuten, als ursprünglich kalkuliert.“ Und das müsse dann zudem noch mit der Kommunalaufsicht vereinbart werden – wegen der höheren Kreditaufnahme. Böffgen gibt sich da zuversichtlich, in einem anderen Punkt glaubt er aber nicht mehr an eine positive Wende: „Wir werden – realistisch betrachtet – in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bau beginnen.“

Das Vorhaben hätte schon vor zwei Jahren realisiert werden sollen. Weil dann aber die Genehmigungsbehörde eine Umplanung forderte und das Vorhaben letztlich auch als zu teuer eingestuft wurde, musste, deutlich abgespeckt, neu geplant und das Ganze verschoben werden. Zunächst auf 2018, dann auf 2019. Nun wird von 2020 ausgegangen.

Stadtbürgermeister Uwe Schneider (SPD) meinte denn auch wenig euphorisch: „Wir werden definitiv mehr Geld in die Hand nehmen müssen, und es sind auch noch viele Gespräche zu führen.“ Vor allem sei es problematisch, dass im Bereich Bahnhof drei Projekte ineinandergriffen – mit drei unterschiedlichen Fördersätzen: der eigentliche Kyllumbau mit 90-prozentiger Förderung, der Umbau des Bahnhofsvorplatzes mit 70-prozentiger Förderung sowie die Umgestaltung des Postvorplatzes mit 60- bis 65-prozentiger Förderung.

Die alte Linde (rechts) soll erhalten bleiben, der Bahnhofsvorplatz ebenfalls neu gestaltet werden. Foto: TV/Mario Hübner
Auch der Uferbereich der Kyll in Richtung Postgebäude wird komplett neu gestaltet. Foto: TV/Mario Hübner

Wer nun meint, man müsse dann doch einfach nur alles ins Projekt Kyll-Umbau stecken, um relativ günstig davonzukommen, dem sei gesagt: Das haben der Planer und die Stadt auch punktuell versucht, aber vom Zuschussgeber dann doch gleich die ein oder andere Abfuhr erteilt bekommen.

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