Der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein sucht für seine rund 100 Mitarbeiter eine neue Bleibe.

Infrastruktur : Die Suche nach einem neuen Domizil

Der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein sucht für seine rund 100 Mitarbeiter eine neue Bleibe. Die soll nach Wunsch der Dienststellenleitung, der Beschäftigten und der Stadt aber in Gerolstein bleiben.

Wohin zieht der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein um? Diese Frage ist noch nicht geklärt. Sie soll es nach Worten von Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) aber bald sein. Er sagt: „Ich gehe davon aus, dass wir dem LBM noch diesen Januar einen endgültigen Vorschlag machen werden.“ Dann solle, falls er auf Zustimmung stößt,  es schnell gehen. Bongartz hofft auf einen Bau noch dieses Jahr und einen Einzug 2020. Als Standort nennt er den Parkplatz im rückwärtigen Bereich des Rathauses im Kyllweg. Das Grundstück gehört der Stadt, die Idee ist laut Bongartz, dass ein Investor das Gebäude hochziehe und an den LBM langfristig vermiete.

Zunächst galt die ehemalige Sprudelzentrale auf dem innerstädtischen Areal des Gerolsteiner Brunnens als favorisierter Standort. Doch diese Idee platzte, weil die weiterhin im Gebäude arbeitenden Pumpen selbst in einer abgetrennten oberen Etage gespürt und gehört werden würden. Zudem ist im Sommer vergangenen Jahres die Weiterentwicklung des Geländes auf Eis gelegt worden (der TV berichtete).

Seither wird von mehreren Seiten nach einer neuen Bleibe für die große Dienststelle mit rund 100 Beschäftigten (siehe Info) gesucht. Denn daran, dass der LBM umziehen will, hat sich nichts geändert. Dienststellenleiter Harald Enders sagt: „Wir sind durch Umstrukturierungen innerhalb des LBM und den Investitionshochlauf inzwischen rund 100 Mitarbeiter in der Dienststelle in Gerolstein. Im Jahr 2000 waren es gerade einmal 70. Und das Haus ist einfach in die Jahre gekommen, die Technik veraltet. Zum Beispiel ist die Klimaanlage auf Dauer nicht mehr einsetzbar, sodass wir im Sommer bei 33 Grad Celsius in unseren Büros unsere  Arbeit machen mussten.“

Hingegen freut sich Enders, dass

„sowohl das Verkehrs- als auch Finanzministerium dem LBM die Zustimmung erteilt haben, auf dem freien Markt nach neuem Büroraum für unsere in Gerolstein und Dockweiler arbeitenden rund 100 Mitarbeiter zu suchen“.

Der Bedarf der Behörde hat zwischenzeitlich auch Begehrlichkeiten anderer Eifelgemeinden geweckt, die den LBM gerne zu sich locken würden. Diesen Angeboten erteilen aber die Gerolstein Stadt- als auch die LBM-Spitze eine Abfuhr. So sagt Enders: „Für uns ist der Standort Gerolstein gesetzt, weil unsere Mitarbeiter sich über Jahrzehnte auf diesen Dienstort eingerichtet haben, und qualifizierte Mitarbeiter waren noch nie so wertvoll wie heute.“

Laut Enders spielt besonders die Verkehrslage im Dienstbezirk eine Rolle. Dieser reicht von Kelberg über Hallschlag an der Oberen Kyll bis nach Wallendorf an der Our. Enders: „Von den Mittelzentren in unserm Dienstbezirk – dem Vulkaneifelkreis und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm – liegt Gerolstein zentral.“

Das betont auch Gerolsteins Stadtbürgermeister: „Der LBM muss und wird auch hier bleiben. Er ist eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung, ein großer Arbeitgeber und bringt nicht unerheblich Kaufkraft zu uns. Außerdem schätzen wir vonseiten der Gerolsteiner Verwaltung, die jetzt ja noch größer geworden ist, den kurzen Weg zum LBM. Und das soll so bleiben.“

Für Bongartz ist auch das Thema Brunnengelände noch nicht abgehakt. Zwar sei eine Unterbringung des LBM in der ehemaligen Sprudelzentrale vom Tisch, aber ein Neubau auf dem Areal für die Dienststelle für ihn durchaus noch vorstellbar, „da wir inzwischen von gewerblichen Ansiedlungen auf dem Gelände abgekommen sind“, sagt er.

Laut Enders hat den Mitarbeitern der Standort Brunnenareal (also in direkter Nachbarschaft zum jetzigen Standort) zugesagt. Er berichtet: „Als wir den Bedarf des LBM bereits im Dezember 2016 in einer Stadtratssitzung öffentlich machten, hatten wir die Hoffnung auf das Brunnenareal gesetzt.  Denn dieser Bereich hat eine ideale zentrale Lage und auch die Anbindung an den Bahnhof ist uns wichtig.“

Für Enders kommen verschiedene Alternativen infrage: Erstens eine fertige Büroimmobilie mit rund  2000 Quadratmetern Bürofläche zuzüglich Verkehrsflächen mit Büros, Besprechungs-, Sozial und Archivräumen sowie Parkplätzen. Oder zweitens ein geeignetes Grundstück in zentraler Lage mit einer genehmigungsreifen  Planung und einem tatkräftigen Investor.

Wenn diese beiden Alternativen  nicht verfügbar seien, würde laut Enders das Land ein geeignetes Grundstück erwerben und durch den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), der Immobilien- und Baudienstleister für das Land Rheinland-Pfalz, selbst bauen. Die letztgenannte Alternative ist die langwierigste. Enders rechnet dabei mit einer „Dauer von sechs  bis zehn Jahren.“

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