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Der Landrat schwingt den Hammer

Der Landrat schwingt den Hammer

DAUN. Richtig gut gelaufen: 33 der 43 Kunstwerke, die Künstler und Privatsammler dem Verein "Berufe für Bolivien" gestiftet hatten (der TV berichtete), wechselten bei der Versteigerung im Forum den Besitzer und erbrachten einen Erlös von 6250 Euro.

Die Forum-Bühne hat sich in eine Galerie mit 42 Bildern und einer Skulptur verwandelt, der Forum-Saal ist eine gut besetzte Auktionshalle, Landrat Heinz Onnertz macht sich gut als Auktionator, ein (Dauner) Sprudelfläschchen dient ihm als Auktionshammer. Walter Manderscheid aber hat Lampenfieber. Hat doch der pensionierte Finanzbeamte als Mitglied der Malergruppe "Rouge" und des Vereins "Berufe für Bolivien" bei der Organisation der Bilderversteigerung seit Wochen an vorderster Front gestanden, Kunstwerke eingesammelt und ausgestellt und die Auktion akribisch vorbereitet. Als schon das erste Bild mit einem deutlichen Aufschlag unter den Hammer kommt, als Heinz Onnertz die Ersteigerungsschritte mit "Das macht Spaß" und "Ich freu mich" oder "Ist für'n guten Zweck" kommentiert, entspannt Manderscheid sich. Und am Ende sagt er dem Trierischen Volksfreund: "Ich bin richtig froh, dass es so gelaufen ist." 33 der 43 Kunstwerke seien weggegangen, der Erlös betrage 6250 Euro, zieht er Bilanz und dankt den Spendern und Käufern und - "das muss auch mal gesagt werden" - dem rührigen Forum-Hausmeister Alois Gierden. "Jeder Euro geht ungeschmälert nach Bolivien", hatte zu Beginn Franz Peter Basten (Mehring) dem Versteigerungspublikum versichert. Basten ist der Vorsitzende des im Jahr 2000 gegründeten Vereins "Berufe für Bolivien", in dessen Mitgliederverzeichnis zurzeit 30 Frauen und Männer stehen. Die Stiftung der Kunstwerke durch die Künstler oder Privatbesitzer bezeichnet Franz Peter Basten als einen "außergewöhnlichen Akt der Solidarität". Das Geld fließe in die Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen "in einem Land, dessen Lage sich eher noch zuspitzt, als dass sie sich verbessert", sagte er. Bis heute habe der Verein rund 40 000 Euro investiert; das Geld stamme aus Mitgliedsbeiträgen, Bußgeldern, Spenden und dem Erlös von Hungermärschen.