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Der Lückenschluss der A1 schafft es auf die "Turboliste"

Der Lückenschluss der A1 schafft es auf die "Turboliste"

Zumindest der Weg durch juristische Instanzen wird damit kürzer. Nur das Bundesverwaltungsgericht wird für das Projekt zuständig sein.

Von einem Autobahnende (bei Brück) zum anderen (nahe Tondorf) in sechs Minuten und 37 Sekunden? Ja, das ist möglich - allerdings nur per virtuellem Überflug. Seit einigen Wochen hat das für die Region bedeutende Verkehrsprojekt, der A-1-Lückenschluss zwischen den Anschlussstellen (AS) Kelberg und Blankenheim in Nordrhein-Westfalen (NRW), einen eigenen Internetauftritt ( www.a1-lueckenschluss.de ). Dort finden sich Video-Simulationen und dreidimensionale Animationen.

Der virtuelle Flug vermittelt zumindest schon ein Gefühl dafür, welch großes Projekt es sein wird, die Lücke von 25,2 Kilometern zu schließen. Allein mehr als 20 Brücken sind zu bauen, die beiden größten sind die Talbrücke Aulbach mit einer Länge von 920 Metern und einer Höhe von 45 Metern und die Ahrtalbrücke mit einer Länge von 840 Metern und einer Höhe von 90 Metern. Geschätzte Kosten, den Lückenschluss zu realisieren: fast eine halbe Milliarde Euro.

Auf der Vorhaben-Prioritätenliste des Bundes ist das Projekt, an dem zwei Bundesländer beteiligt sind (siehe Info), als "vordringlich" eingestuft. Vor dem Hintergrund, dass der Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen keine Aussage darüber enthält, in welcher Reihenfolge die vordringlichen Projekte gebaut werden sollen, hat der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) eine Prioritätenliste zu den Vorhaben des Landes, die im Plan stehen, vorgelegt. "Die Abschnitte AS Kelberg bis AS Adenau sowie der rheinland-pfälzische Anteil des Abschnitts AS Adenau bis AS Lommersdorf wurden darin in die Priorität I eingestuft", heißt es aus Mainz.

Zwischenzeitlich hat es der Lückenschluss auf die sogenannte "Turboliste" geschafft. Dahinter verbirgt sich eine Verkürzung des juristischen Instanzenwegs. Bundestag und -rat haben die Änderung des Bundesfernstraßengesetzes beschlossen. Darin ist festgeschrieben, dass 46 Bauvorhaben, darunter der Lückenschluss, ausschließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt werden. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich mit dem Projekt befassen wird, denn Klagen sind ja bereits angekündigt worden.

Wie ist der Stand in NRW, wo bekanntlich eine neue CDU-FDP-Landesregierung am Werk ist? Der Abschnitt Blankenheim-Lommersdorf sei "Gegenstand eines aktuellen Planfeststellungsverfahrens", teilt das Verkehrsministerium in Düsseldorf mit. Es sei ein Deckblatt (in dem Planänderungen eingearbeitet werden) in Arbeit, das voraussichtlich Anfang 2018 sei: "Das Verfahren kann dann mit der Offenlage dieses Deckblattes weitergeführt werden." Für das Teilstück Lommersdorf-Adenau stünden noch "weitere ergänzende naturschutzfachliche Betrachtungen" an. Der Planungsentwurf solle zum Jahreswechsel dem Bundesverkehrsministerium "zur Zustimmung" vorgelegt werden. Anschließend könne ein neues Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
Und in Rheinland-Pfalz? "Derzeit werden die Unterlagen zur Wiederaufnahme des ruhenden Planfeststellungsverfahrens des Abschnitts Kelberg-Adenau erarbeitet. Vorgesehen ist eine erneute Offenlage in der zweiten Jahreshälfte 2017", teilt das Verkehrsministerium mit. Gemeinsam haben die beiden Länder ein ein Ziel: bis 2021 Baurecht zu erreichen.Extra: ZWEI LÄNDER, DREI ABSCHNITTE


Für den ersten, rund sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen dem heutigen Ausbauende an der Anschlussstelle (AS) Blankenheim (B 51) bis Lommersdorf ist Nordrhein-Westfalen (NRW) zuständig, ebenso wie für den zweiten Abschnitt zwischen Lommersdorf und Adenau. Die 8,7 Kilometer lange Strecke überschreitet insgesamt elf Mal die Landesgrenze. Der dritte 10,5 Kilometer lange Abschnitt von Adenau bis Kelberg liegt komplett in Rheinland-Pfalz (RLP) und wird auch dort geplant.