Der Mann hinter dem grünen Männchen

Daun/Gerolstein · Der Trailpark Vulkaneifel mit 750 Kilometern zusammenhängender und ausgeschilderter Mountainbike-Strecke ist einzigartig in Deutschland und beliebt bei Crossradsportlern aus halb Europa. Damit das so bleibt, müssen Wege und Beschilderung permanent in Ordnung gehalten werden. Das erledigt Trailpark-Ranger Herbert Michels.

Daun/Gerolstein. Was die Kilometerzahl und auch das Tempo betrifft, ist er absolute Spitze. Keiner fährt so viel (und so schnell) auf den Wegen des Trailparks Vulkaneifel: Durchschnittlich 3500 Kilometer im Jahr ist Herbert Michels dort unterwegs. Nur eben nicht mit dem Mountainbike, wie alle anderen, sondern mit dem Quad. Denn er ist der Ranger im Trailpark Vulkaneifel und sorgt dafür, dass die Infrastruktur stets in Ordnung ist.
Michels sagt: "Mountainbikefahren ist etwas Schönes, aber das sollen die machen, die es auch können." Für ihn muss ein Mountainbike vier Räder und mindestens 30 PS haben. So wie sein Lieblingsgefährt, ein Quad. Mit dem fährt er das gesamte, 750 Kilometer umfassende Streckennetz des Trailparks Vulkaneifel ab. Dafür hat er sich elf Touren zusammengestellt. "Die Bereiche, die am stärksten frequentiert sind, kontrolliere ich natürlich öfter. Das sind die Strecken rund um die Dauner Maare, im Bereich Manderscheid/Meerfeld sowie Gillenfeld/Immerath."
Michels Hauptaufgabe ist es, die umfangreiche Beschilderung des Streckennetzes in Ordnung zu halten. Er ersetzt Pfosten, die von Land- oder Forstmaschinen umgefahren wurden und bringt dort neue Schilder an. Er überprüft, reinigt und ersetzt abhandengekommene Wegweiser in den Ortschaften.
Und er erneuert die Streckenmarkierungen an den Bäumen. Denn beim Fällen verschwindet mit dem Baum eben auch die markante grün-weiße Richtungsangabe für die Mountainbiker. Dafür hat er eine Schablone und Farbspray im großen Koffer sein Quads. "Anfangs habe ich nachts von dem Symbol geträumt", sagt Michels, der den Job seit sieben Jahren macht. Sein "Traumjob", wie er betont. Schließlich sei er viel draußen an der frischen Luft und in der wunderschönen Eifellandschaft.
Zudem mag er die Begegnung mit den Menschen - Michels ist in der Vulkaneifel bekannt wie ein bunter Hund.
Er bekomme von den Mountainbikern oft großes Lob für den Trailpark. "Die Fahrer schätzen das Streckennetz, das es so nicht noch einmal in Deutschland gibt. Und ich habe schon oft gehört, dass sie ihr GPS gar nicht brauchen, weil die Strecken so gut ausgeschildert sind. Das ist natürlich ein ganz besonderes Lob", sagt der 54-Jährige aus Rengen, befestigt mit dem Akkuschrauber ein neues Schild in der Nähe des Maarkreuzes oberhalb des Schalkenmehrener Maars und genießt ganz entspannt die herrliche Aussicht.
Den Mountainbikern, die sich hier hoch quälen, ist das nicht so ganz vergönnt. Aber trotzdem sind sie froh, dass es so jemanden wie Michels gibt - und winken ihm zu.