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Der Naturpark rückt näher

Der Naturpark rückt näher

Seit mehr als zehn Jahren wird über den Naturpark Vulkaneifel diskutiert. Laut Umweltministerium wird er spätestens im zweiten Quartal 2010 eingerichtet.

Daun/Üxheim. Nach mehr als zehn Jahren Vorlauf wird die Einrichtung des Naturparks Vulkaneifel konkret. Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung in Üxheim-Leudersdorf erklärte der Vertreter der rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, Fritz-Werner Kniepert, dass die Verordnung, die Grundlage für den Park ist, voraussichtlich im ersten Quartal, spätestens aber im zweiten Quartal alle Hürden genommen habe.

Bürgermeisterin Bohn: Nicht aus Prinzip gegen Naturpark



Der Veranstaltungsort Leudersdorf war bewusst gewählt, denn vor allem in der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim gibt es immer noch Vorbehalte gegen den Naturpark, auch mit Blick auf Betriebe wie Wotan und Müller-Kalk im Üxheimer Ortsteil Ahütte mit mehr als 100 Beschäftigten. Hillesheims Bürgermeisterin Heike Bohn verwahrte sich aber gegen den Vorwurf, die Hillesheimer seien aus Prinzip gegen den Naturpark, sondern sie hätten ein berechtigtes Interesse daran, dass es der Wirtschaft in der VG gut gehe.

Im Publikum waren viele Kommunalpolitiker, aber auch Landwirte und Vertreter von Grubenbetreibern, die den Naturpark skeptisch sehen, fürchten sie doch Einschränkungen in ihrer Arbeit. So forderten denn auch Raimo Benge, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Baustoffe, sowie Marcus Hehn vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, für die Grubenbetreiber und Landwirte Rechtssicherheit.

Dauns Landrat Heinz Onnertz äußerte Verständnis für die Befürchtungen vor allem in der VG Hillesheim, verwies aber darauf, dass die beim Ministerium vorgetragenen Bedenken so aufgegriffen worden seien wie wohl bei keinem ähnlichen Fall bundesweit.

Aloysius Söhngen, Bürgermeister der VG Prüm konnte auf Nachfrage von Moderator Gernot Ludwig aus seinen Erfahrungen mit dem Naturpark Nordeifel, zu dem auch Teile des Landkreises Vulkaneifel gehören, viel Positives berichten. Als Beispiele führte er die Einrichtung des Vulkanparks und das wieder bewässerte Eichholzmaar bei Steffeln an, beides Projekte des Naturparks.

Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, wertete den Naturpark Vulkaneifel als "Riesenchance für den Tourismus".

Ministeriumsvertreter Kniepert stellte mehrfach klar, dass in der Naturpark-Verordnung alle wirtschaftlichen Interessen berücksichtigt würden. Außer in den Kernzonen Salmwald, Liesertal und Uessbachtal gebe es für den Gesteinsabbau keine Einschränkungen, und auch Erweiterungen von Gewerbegebieten wie in Wiesbaum würden durch die Verordnung nicht behindert.

Für die Land- und Forstwirtschaft werde es keine neuen Vorgaben oder neue Genehmigungsverfahren geben. Erlaubt seien zudem weiter Traditionsveranstaltungen wie die Rallyes in Daun und Oberehe. Ein künftiger Naturpark Vulkaneifel habe auch keinen Einfluss auf den Weiterbau der Autobahn1.

Alle Skeptiker - im Publikum und auf dem Podium - wurden an diesem Abend nicht überzeugt, aber Bürgermeistern Heike Bohn stellte fest: "Der Naturpark verdient eine Chance. Lassen Sie uns in zwei Jahren Bilanz ziehen." Extra Das Gebiet des Naturparks wird die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg, Obere Kyll (mit Ausnahme der Gebiete, die zum Naturpark Nordeifel gehören) sowie Teile der VG Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) und der VG Ulmen (Kreis Cochem-Zell) umfassen. Bei der Nutzung des Naturparks gibt es nur in den Kernzonen Salmwald, Liesertal und Uessbachtal Einschränkungen, dort ist beispielsweise kein Gesteinsabbau möglich und es können keine Gewerbegebiete ausgewiesen werden. Die Trägerschaft des Naturparks übernimmt die bereits bestehende Natur- und Geopark GmbH, angesiedelt bei der Kreisverwaltung in Daun. Finanziert wird er von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises und den beteiligten Verbandsgemeinden. Der Naturpark wird aber auch vom Land bezuschusst.