Der Neue setzt auf Online und Olympiasiegerin

Der Neue setzt auf Online und Olympiasiegerin

Die Firma Inmedia von Markus Appelmann, Organisator des MTB-Vulkanbike-Marathons in und um Daun, wird die nächsten zwei Jahre den Trailpark Vulkaneifel betreiben und vermarkten. Sie hatte sich gegen drei Mitbewerber durchgesetzt, darunter auch die TW Gerolsteiner Land, die sich zuletzt um das Mountainbikeareal gekümmert hat, das jährlich Zehntausende Crossradler anzieht und zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Daun/Gerolstein. Markus Appelmann veranstaltet mit seiner Agentur Inmedia mehrere Mountainbike-Events im Südwesten, darunter die Bike-Marathons im Pfälzer Wald und an der Saarschleife und seit vier Jahren auch den Vulkanbike in und um Daun, der zuletzt gut 1700 Crossradler angelockt hat. TV-Redakteur Mario Hübner hat mit dem 38-Jährigen darüber gesprochen, wie dieser den Trailpark Vulkaneifel wieder zur Topadresse für Mountainbiker machen will. Das Areal ist mit 750 ausgeschilderten Kilometern Strecke zwar nach wie vor eines der größten in Deutschland, zehn Jahre nach dessen Eröffnung aber auch bereits etwas angestaubt.

Herr Appelmann, herzlichen Glückwunsch zum Zuschlag.
Markus Appelmann: Vielen Dank. Wir freuen uns, dass es im zweiten Anlauf geklappt hat. Ich bin mir sicher, dass die Zusammenarbeit genauso fruchtbar sein wird wie beim Vulkanbike.

Was ist Ihre erste Aufgabe?
Appelmann: Zunächst einmal müssen wir den Status quo festhalten, also: Wo stehen wir? Man muss klar sehen, dass es inzwischen andere Bike-Regionen gibt, die in den letzten Jahren enorm aufgerüstet haben. Beispielsweise hat der Pfälzer Wald 900 Kilometer, der Trailpark Vulkaneifel 750 Kilometer. Aus dieser Bewertung ergibt sich zwangsläufig die weitere Vorgehensweise.

Könnte heißen?
Appelmann: Setzen wir auf eine Ausweitung des Netzes oder nehmen wir uns die Filetstücke heraus und kennzeichnen diese für spezielle Zielgruppen: hier für Genussfahrer, hier für Technikfreaks, die Singletrails lieben, hier für Racer und Actionfahrer. Und sicherlich wird der Technikparcours Koulshore auf Vordermann gebracht werden müssen.
Radeln auf dem Vulkan



Was sonst noch?
Appelmann: Mountainbikefreundliche Hotellerie und Gastronomie ist ein ganz großes Thema. Da müssen wir uns unbedingt zusammensetzen, um einerseits neue Pakete für Mountainbiker zu schnüren. Andererseits sollte die Beschilderung so aussehen, dass der Fahrer zum Hotel oder der Gastwirtschaft x geleitet wird. Auch werden wir uns stark dem Thema "Touren online bereitstellen" stark widmen, denn heute hat fast jeder ein Navi am Rad. Da wird es Videos geben, sodass man sich die Tour vorab ansehen und downloaden kann. Zudem können Punkte und Bewertungen vergeben werden, sodass es einen Austausch unter den Fahrern gibt. Die althergebrachte Karte wird von Jahr zu Jahr weniger Thema sein.

Ihre wichtigste Aufgabe?
Appelmann: Die erste ist zunächst auch die wichtigste Aufgabe. Wir werden wie damals die Experten der Sporthochschule Köln zurate ziehen. Zudem habe ich bereits mit Olympiasiegerin Sabine Spitz gesprochen. Sie wird uns Tipps fürs Streckennetz geben. Dazu wird sie mit anderen Mountainbikern aus dem Schwarzwald und aus der Pfalz, die in meinem Netzwerk sind, im Frühling ein Wochenende den Trailpark abfahren und eine Bewertung abgeben.

Stimmen Sie zu, dass der Trailpark attraktiver werden muss, um nicht abgehängt zu werden?
Appelmann: Ja. Es ist aber nicht so, dass wir bei null anfangen und hier alles heruntergekommen ist. Diesen Eindruck möchte ich nicht erwecken. Aber: Stillstand ist Rückschritt. Und es wird nicht so einfach werden wie zum Start des Trailparks, denn damals waren wir Vorreiter und Gelder in Hülle und Fülle vorhanden.

Was wollen Sie tun, wenn nicht nur Geldmangel herrscht, sondern bei den Trailpark-Eignern auch nicht die Notwendigkeit gesehen wird, nochmals zeitnah in die Infrastruktur zu investieren?
Appelmann: In dieser Szene geht nicht alleine alles über Geld, sondern viel über Kontakte. Es gibt in der Vulkaneifel viele, die in Sachen Mountainbike tätig werden würden, wenn sie die Chance dazu hätten. All die möchte ich an einen Tisch bringen. Außerdem ist das Thema Sponsoring noch überhaupt nicht richtig ausgeschöpft worden. Zum Beispiel hatten wir beim Vulkanbike 2016 den Höchststand an Sponsorengeldern. Das stimmt positiv auch für den Trailpark.

Wie wollen Sie die Verantwortlichen sensibilisieren?
Appelmann: Ich glaube, Herr Klöckner (Bürgermeister des Mehrheitsgesellschafters VG Daun, Anm. d. Red.) und auch die anderen Bürgermeister muss man gar nicht sensibilisieren. Sie haben im richtigen Moment ausgeschrieben, um neue Impulse zu bekommen. Nun liegt ein Konzept auf dem Tisch, das in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden kann.

Sie sind auch in der MTB-Region Pfälzer Wald aktiv, eine Konkurrenzregion für die Vulkaneifel. Wie lässt sich das vereinbaren?
Appelmann: Dort haben wir nur die Eröffnungsparty organisiert und veranstalten den Marathon - wie übrigens auch an der Saarschleife. Das ist keine Konkurrenz, vielmehr sehe ich Synergieeffekte, wenn man bei einem Rennen auch auf eine andere Region oder Veranstaltung hinweisen kann. Schließlich trifft man dort viele Gleichgesinnte.
Extra

Foto: (e_daun )

Markus Appelmann ist 38 Jahre alt und ledig. Er hat vor 20 Jahren die Agentur Inmedia gegründet, die (Sport-)Events organisiert und derzeit zehn Mitarbeiter hat. Zwei Wochen im Monat arbeitet er für Sat 1, wo er sich um regionale Nachrichten aus RLP und Hessen sowie politische Interviews kümmert. mh

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