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Der Organisator und seine "Wahnsinnstruppe"

Der Organisator und seine "Wahnsinnstruppe"

Der pensionierte Soldat und passionierte Möbelrestaurator Bernd Liebler ist seit der Gründung der Dauner Tafel im Jahr 2007 Leiter der internen Organisation. Etwa 40 Stunden im Monat arbeitet er ehrenamtlich in der Einrichtung für sozial schwache Menschen aus dem Landkreis Vulkaneifel.

Daun. "Die Tafel hat mich von Anfang an interessiert", erinnert sich Bernd Liebler an den Aufruf zu einer Informationsveranstaltung im Dauner Forum rund ein Jahr vor der Einweihung und ersten Lebensmittelausgabe im November 2007. Selbst gesund und wirtschaftlich unabhängig, habe er etwas für Menschen tun wollen, denen es nicht so gut geht. Dass er nun die Dienste der rund 70 weiteren Ehrenamtlichen koordiniert, den Kunden- und Personalstamm verwaltet, Statistik führt und Kontakt zu den Tafeln in Bitburg, Cochem, Prüm und Wittlich hält - kurzum, dass er der Leiter der internen Organisation ist, mache ihn zufrieden und froh, sagt er.
Das Team der Ehrenamtlichen, von denen die meisten seit 2007 dabei sind, und Karin Knötgen als hauptamtliche Leiterin bezeichnet Bernd Liebler als "eine Wahnsinnstruppe". Das gute Miteinander trage ebenso zur Freude bei wie die freundlichen Rückmeldungen von Kunden. Er deutet auf ein selbst gemaltes Bild - Geschenk einer Stammkundin - und zeigt eine Dankeschön-Karte mit zwei Dutzend Unterschriften von Menschen, die regelmäßig zur Tafel kommen. Rund um die Ausgabe der Lebensmittel herrsche überwiegend gute Stimmung, erzählt Liebler. Die Tafel sei auch eine Kommunikationsbörse für die Helfer und die Kunden. Mit 90 Lebensmittelausgaben war die Dauner Tafel vor viereinhalb Jahren an den Start gegangen. An einem Donnerstag im Jahr 2008 war mit 220 Kunden der bisherige Höchststand registriert worden. "Inzwischen hat sich die Zahl auf rund 140 eingependelt", erklärt Bernd Liebler. 350 Berechtigungsscheine seien zurzeit ausgestellt; das entspreche der Versorgung von etwa 900 Menschen.
Ausgetüftelter Tourenplan


Nach einem genau ausgetüftelten Tourenplan wird mittwochs den ganzen Tag und donnerstags früh Ware bei 23 Discountern, Supermärkten und anderen Geschäften des Landkreises Vulkaneifel abgeholt. Seit in den Märkten im vorigen Jahr neue Frischekonzepte eingeführt worden seien, stünden der Tafel weniger Lebensmittel zur Verfügung, räumt Liebler ein. Daher sei das Team froh, wenn Gruppen, Vereine oder Institutionen Aktionen zugunsten der Tafel machten und Sponsoren weiterhin den Betrieb der beiden Fahrzeuge aufrechterhielten.
Bernd Liebler stammt aus Coburg und kam 1969 als Soldat nach Daun. Nach seiner Pensionierung machte er sein Hobby Möbelrestauration zum zweiten Beruf und war mehrere Jahre freiberuflich als EDV-Organisator tätig. Gerade diese Kenntnisse bringt er nun in sein Ehrenamt bei der Tafel ein. bb
Extra

Bernd LieblerAlter: 70 Jahre Beruf: Soldat Hobbys: Skilaufen, Wandern, Gartenarbeit Lieblingsort: "die Terrasse an unserem Haus" Daun ist für mich ... "ein wunderschöner Ort, an dem es sich lohnt, alt zu werden"