Der parteilose Ralf Schüller stellt sich zur Bürgermeisterwahl in Dockweiler.

Kommunalwahl : Motto: Zuhören, diskutieren, gestalten

Der parteilose Diplom-Finanzwirt Ralf Schüller stellt sich zur Bürgermeisterwahl in Dockweiler. Die Gemeinderatsarbeit ist für ihn Neuland, die Welt der Verwaltung jedoch nicht.

Der Wahl-Mai macht in Dockweiler alles ganz besonders neu: „Wir hoffen auf hohe Wahlbeteiligung, eine faire Chance und darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger Ideen für die Zukunft des Dorfes einbringen“, erläutert Ralf Schüller, der als Prüfer beim Bundesrechnungshof arbeitet. Damit hat er dank flexibler Arbeitszeiten die Möglichkeit, sich ehrenamtlich für die politische Praxis zu engagieren, der er andernorts in der Zollverwaltung des Bundesfinanzministeriums auf die Finger schauen muss.

Mittel- und Ressourcenverschwendung ist also seine Sache nicht, auch sonst hofft er als Neuling im Ratswesen auf einen Vertrauensvorschuss des Wahlvolks. „Ich habe mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Verwaltung, in Organisations- und Rechtsfragen… es schreckt mich also nicht, das Bürgermeisteramt zu übernehmen. Es kommt ja darauf an, die Denkweise und die Sprache des anderen zu verstehen.“

Vielen Menschen in Dockweiler ist der 53-Jährige, der nach mehr als zwanzig Jahren Studium und Beruf in Münster, Aachen und Köln in sein Heimatdorf zurückkehrte, aber aus weniger sachlichen Zusammenhängen bekannt: Er war 2017 der erste gekürte Karnevalsprinz und zuvor schon viele Jahre Präsident der örtlichen Kappensitzungen.

Das Lachen und das Vereinswesen liegen dem verheirateten Vater einer Tochter und begeisterten Fußballfan im Blut. Die Vereine – ganz gleich, ob sportlich, musikalisch oder anderweitig aktiv – will er als Orrtsbürgermeister und mit der neu antretenden Wählergruppe Schüller weiter stärken. Auch für Jugendliche soll seiner Überzeugung nach etwas getan werden, zum Beispiel den vorhandenen Jugendraum modernisieren. „Wir alle müssen uns nach der Wahl natürlich erst einmal einarbeiten, von daher gibt es noch keine feststehende Liste von Projekten, die umgesetzt werden. Aber klar ist: Dockweiler hat viele Chancen, die wir nutzen wollen.“ Dazu gehörten für junge Familien, Rückkehrer oder Neuzugänge geeignete Baugrundstücke sowie die verkehrsgünstige Lage: „Wir wollen mehr Werbung für das Dorf machen, als optimaler Ort zum Leben und Arbeiten.“ Mit dem Blick eines Rückkehrers sieht er die spezifischen Vor- und Nachteile seiner Heimat vielleicht unverstellter als jemand, der permanent blieb. „Auch wäre es für Einheimische genauso wie für den Tourismus schön, wieder mehr Gastronomie anzusiedeln.“

Die grundlegende Infrastruktur mit Kita und Grundschule, Arbeitsplätzen in den ortsansässigen Unternehmen, Bäckerei, Campingplatz und Imbiss sei schon mal gut, aber natürlich noch ausbaufähig. Was ein Asphaltwerk, dessen Ansiedlung am Dorfrand geplant ist, für den Ort bringt, müsse sich zeigen. Schüller befürwortet einen Lückenschluss der A 1, um den Durchgangsverkehr in Dockweiler zu verringern, und eine Revitalisierung der Eifelquerbahn, von der das Dorf profitieren würde, lehnt neue Windkraftanlagen indessen ab. Es gibt also in jedem Fall vieles, von dem er sagt: „Man muss die Dinge einfach anpacken!“

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