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Der Plan steht, der Baubeginn ist ungewiss

Der Plan steht, der Baubeginn ist ungewiss

Ende Juni wurde im Ortsgemeinderat Birresborn der Plan zum Ausbau der Kreisstraße 29 in Richtung Michelbach vorgestellt. Die Arbeiten können frühestens 2014 beginnen.

Birresborn/Michelbach. Die Straße bis zum Ortsausgang Birresborns ist vor einigen Jahren erneuert worden, doch nach dem Ortsschild beginnt das Abenteuer: eine lediglich 3,80 bis vier Meter breite Buckelpiste, deren Risse und Schlaglöcher sich endlos aneinanderreihen, führt durch den Wald nach Michelbach.
Im Auftrag des Landkreises Vulkaneifel soll die K 29 in der vorhandenen Trassenlage ausgebaut werden. Vorgesehen ist eine Verbreiterung der Straße auf fünf Meter, damit auch größere Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen aneinander vorbeikommen, ohne wie bisher auf die unbefestigten Bankette ausweichen zu müssen.
Neue Wassergräben sind erforderlich und der Fahrbahnbelag wird auf einer 2,2 Kilometer langen Strecke saniert: "Der vorhandene teerhaltige Aufbau wird in einem Kaltrecyclingverfahren wieder eingebaut - so vermeiden wir eine kostenintensive Entsorgung", sagt Helmut Bell vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein.
Die Höhe der Gesamtbaukosten schätzt der LBM auf rund 1,1 Millionen Euro.
FFH-Gebiet verzögert Ausbau


Vor Baubeginn sind jedoch noche mehrere Hürden zu nehmen: Die K 29 führt durch ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet, in dem es gilt, schonend vorzugehen. Insbesondere die Fledermauspopulation entlang der Trasse darf nicht gestört werden - daher ist vor Baurecht in jedem Fall eine Endprüfung der Landespflegebehörde abzuwarten, weil die Straße durch ein ausgewiesenes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) führt. "Weiterhin ist ein Grunderwerb an den benachbarten Wiesen und Waldgrundstücken erforderlich", erklärt Helmut Bell. "Erst wenn das Baurecht und die finanziellen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, kann der Ausbau erfolgen. Für 2013 ist mit einem Baubeginn nicht zu rechnen." Ein weiteres Bauprojekt, das Birresborn unmittelbar betrifft, wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch länger auf Eis liegen: "Der Kylltalradweg führt auf der stark befahrenen Gerolsteiner Straße durch den Ort", sagt Bürgermeister Michael Zander. Bis zu 4000 Fahrzeuge täglich werden hier gezählt. "Und viele fahren zu schnell, weil die Strecke grade verläuft."
Der Radweg entlang der Kyll endet unmittelbar hinter dem Ortseingang - die Radler müssen dort die Gerolsteiner Straße kreuzen und sich in den Verkehr einordnen. "Das ist besonders für Familien zu gefährlich", meint Zander.
Im Rahmen der Dorferneuerung wird geplant, einen Radweg zu bauen, der am Ufer der Kyll bleibt. "Doch aufgrund des guten Zustandes der Straße und der begrenzten finanziellen Mittel, kann das Projekt innerhalb der kommenden fünf Jahre nicht realisiert werden", heißt es von Seiten der LBM und des Ortsgemeinderates.
Extra

Die Machbarkeitsstudie zu einem kombinierten Geh- und Radweg ist bereits der zweite Anlauf, das Unfall-Risiko für Radfahrer auf der Gerolsteiner Straße in Birresborn zu entschärfen. Die erste Version eines zweiseitigen Radweges ist von den Anliegern der Straße abgelehnt worden, da diese Lösung ein Parkverbot beiderseits der Gerolsteiner Straße zur Folge gehabt hätte. Bei einem einseitigen Geh- und Radweg muss bei Landstraßen eine Straßenbreite von sechs Metern verbleiben - der Radweg sollte drei Meter breit sein. Bei Ausnahmen und in besonderen Engpässen sind auch 2,50 oder zwei Meter zulässig. Sollte diese Mindestbreite nicht gewährleistet sein, müssen die Bürgersteige auf der gegenüberliegenden Seite auf einen Meter reduziert werden. nowExtra

Feldhamster, Fledermäuse und Hochmoorflächen müssen geschützt werden. Das wisst ihr bestimmt. Wisst ihr aber auch, dass für sie oft eine bestimmte Fläche geschützt wird? Der Name hierfür ist kompliziert und heißt Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, kurz: FFH-Gebiet. In den FFH-Gebieten darf beispielsweise eine Straße nur nach aufwendigen Prüfungen gebaut werden. Es muss hierzu gesichert sein, dass kein anderer Verlauf der Trasse möglich ist. Außerdem muss das Vorhaben für die Allgemeinheit sehr wichtig sein. Die Birresborner Eishöhlen und der Vulkan Kalem stehen unter Schutz, weil sie ein bedeutendes Rückzugsgebiet bestandsgefährdeter Fledermausarten sind. Dort lebt zum Beispiel die Bechsteinfledermaus in den Wäldern, die in Höhlen überwintert. itz