Der Retter der Weinfelder Kapelle

Der Retter der Weinfelder Kapelle

Vor 125 Jahren starb Pfarrer Johann Baptist Konter (1838 bis 1891), der von 1867 bis 1891 in Schalkenmehren Seelsorger war. Sein Name ist fest mit dem Ort Weinfeld verbunden: Ohne ihn gäbe es die Weinfelder Kapelle, jährlich Anziehungspunkt für Tausende und eines der beliebtesten Fotomotive in der Eifel, nicht mehr.

Schalkenmehren. Pfarrer Johann Baptist Konter ist in Weinfeld am Eingang "seines" Gottesackers im Schatten "seines" Wallfahrtskirchleins begraben - und seine Ruhestätte wird noch heute von der Ortsgemeinde Schalkenmehren gepflegt.
In der Chronik von Schalkenmehren wird sein Wirken umfangreich und mit Hochachtung beschrieben, und auch Heimatforscher Alois Mayer aus Daun-Pützborn hat intensiv recherchiert über den geschichtsträchtigen, beschaulichen und geheimnisvollen Ort Weinfeld, die Wirkungsstätte des Johann Baptist Konter.
Konter wurde 1838 im Saarland in Mitlosheim geboren. Der Bischof beorderte ihn nach Schalkenmehren. Die Rettung des Weinfelder Gotteshauses war das Lebenswerk Konters, denn all seine Kraft setzte er in die Erhaltung dieses historischen Fleckens.
Als Hausherr von Weinfeld war er verpflichtet, dort seelsorgerische Dienste zu leisten. Und so war es ihm aufgetragen, auch für den Bestand der kleinen verfallenen Kirche, die St. Martin geweiht war, zu sorgen.
Damit die Kirche nicht abgerissen wurde, setzte der Schalkenmehrener Pastor Bittzeilen in Zeitungen, sprach Pilger und andere potenzielle Förderer an. Konter wollte den Erhalt der Anlage schaffen, und die Schalkenmehrener trugen mit unablässiger Arbeit und mit Geldspenden zum Ziel bei. Wohlhabende Damen aus Daun und ein Dauner Bürger stellten spontan 125 Taler für das Werk zur Verfügung.
4000 Menschen bei Einweihung


"Von 1867 bis zu seinem Tode anno 1891 hat er für sein Vorhaben gelebt und gearbeitet", bestätigen viele Niederschriften, und die Arbeiten schritten voran. 1875 wurde zum Beispiel das Chordach neu gedeckt. 1877 wurden die Wände innen und außen neu verputzt. 1883 zollte der neu ins Amt berufene Bischof Korum Pfarrer Konter seine Anerkennung für seinen Einsatz für das Kirchlein.
In der Zwischenzeit hatte es weitere bauliche Fortschritte gegeben: Im Kircheninnern wurde eine neue Decke gespannt, auf das Turmdach kamen neue Schieferziegel, und sogar ein Wetterhahn wurde aufgesetzt. Der verwilderte Friedhof wurde wiederhergestellt, und die Friedhofsmauer wurde erneuert. Konter schrieb 1887 ans Generalvikariat, dass er in diesem Sommer die Kirche weihen, den Tag für das große "Weinfelder Fest" einplanen könne. Am 27. September 1887 war es so weit: Fast 4000 Menschen waren gekommen, um sich diesen sakralen Festtag am Totenmaar nicht entgehen zu lassen.
In Schalkenmehren weist ein Ehrenseitenaltar und die Pfarrer-Konter-Straße auf das Wirken des Geistlichen hin, der schon mit 53 Jahren nach langem, schweren Leiden starb. Heute hegen die Schalkenmehrener Bürger den Friedhof mit Kirche; von 2012 bis 2015 gab es eine komplette Außen- und Innenrenovierung. bs
Extra

Foto: Bernd Schlimpen (bs) ("TV-Upload Schlimpen"

Weinfelder Kapelle 1044 wurde die Kapelle erstmalig in einem Dokument genannt. Sie gehört damit zu den ältesten christlichen Kirchen der Eifel. Das Kirchlein steht am Weinfelder Maar und ist dem heiligen Martin geweiht. Der Westturm und der Chor stammen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, das Schiff aus dem Jahr 1723. Die Kirche war bis 1562 Pfarrkirche des Dorfes Weinfeld. Dann zog der damalige Pastor Peter hinunter nach Schalkenmehren. Die Weinfelder Kirche blieb aber zunächst Pfarrkirche. 1727 überführte man das Allerheiligste und den Taufstein in eine neue Kapelle nach Schalkenmehren. Die Kapelle verfiel immer mehr. Der Trierer Bischof Mannay sprach 1803 einige Verbote für das Weinfelder Kirchlein aus und schlug sogar vor, die Kirche abreißen und den Friedhof einebnen zu lassen. Das hatte eigentlich den Untergang für die historische Stätte Weinfeld bedeutet. 1825 fand die letzte Messe in der Kapelle statt, die zur Ruine verfallen war. 1827 erfolgte die Schließung für alle christlichen Vorhaben. 1887 wurde die Kirche nach umfänglicher Sanierung wiedereröffnet. Die Kapelle ist heute eine Stätte der Verehrung der schmerzhaften Muttergottes. utz/bs