Der richtige Mann

Es geht auch nach dem Betreiberwechsel weiter mit den kulturellen Veranstaltungen im Kleinen Landcafé: Sänger, Schauspieler, Solokünstler Sascha Gutzeit hat den Reigen der auch künftig stattfindenden Kulturevents eröffnet - mit einer gewohnt einnehmenden Schau im vollbesetzten Café.

Kerpen. Irgendwie war alles wie immer: Ein Künstler auf der Minibühne legt sich ins Zeug, das Publikum im voll besetzten Kleinen Landcafé in Kerpen hat Spaß und erlebt einen unterhaltsamen Abend in kuscheliger Atmosphäre. Und das war dann auch exakt die Nachricht des Abends. Es geht weiter!Befürchtungen zerstreut


Claudia Kirfel-Meyer, die das Haus Ende vergangenen Jahres von Thea Greif nach mehr als 15 Jahren übernommen und Mitte Januar wiedereröffnet hatte, hat Wort gehalten. "Ich setze die Tradition der regelmäßigen Kulturveranstaltungen im Landcafé fort", hatte sie angekündigt. Und damit die Befürchtungen vieler Kulturinteressierter in der Vulkaneifel und weit darüber hinaus zerstreut.
Denn der Gastronomiebetrieb war seit mehr als 15 Jahren nicht nur Treffpunkt für Kuchenfans, sondern eben auch für Kulturliebhaber. Ein Kleinod für Maler, Musiker und Kabarettisten - und dessen Publikum. Und das wird es vermutlich auch bleiben, wie ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt: Bereits bis Ende März stehen Wochenendveranstaltungen fest.
Dass Sascha Gutzeit den Auftakt machte, war bewusst gewählt worden. Schließlich ist er der Künstler mit den mit Abstand meisten Auftritten vor Ort, gastierte er doch alleine mit seinem mörderischen Solo-Theaterprogramm "Mord im Landcafé" im vergangenen Jahr mehr als zwei Dutzend Male im Haus. Und er setzte mit seinem Konzert im November auch den Schlusspunkt unter die Ära Greif "Auch wenn ich jetzt schon so oft hier war, ist der heutige Abend doch ein besonderer für mich. Und es macht mich stolz, dass ich mit meinem Auftritt zeigen kann, dass es hier kulturell weitergeht", sagte er zu den rund 50 Gästen, die alle Plätze belegten.
Und er legte dann ein gut zweistündiges spaßig-schweißtreibendes Soloprogramm hin: mal witzig, mal melancholisch, mal groovig, mal rockig, mal augenzwinkernd, oft ansteckend. Das Publikum, darunter viele eingefleischte Fans, nahm jede Aufforderung zum Einstimmen ernst, die Refrains saßen perfekt.Präsenz und Körpereinsatz


Gewohnt gekonnt füllte der Sänger, Schauspieler, Solokünstler die - wenn auch nur etwa fünf Quadratmeter kleine - Bühne aus und machte mit enormer Präsenz und Körpereinsatz an Gitarre, Klavier und Mikro eine Begleitband überflüssig.
Nur einen kleinen Fehler hatte der Abend: Der Titel von Gutzeits neuer CD, die im September rauskommen wird, und von der er bereits einige Kostproben gab, wird vermutlich "Der falsche Mann" heißen. Für diePremiere im neuen Kleinen Landcafé hätte es aber kaum einen Richtigeren geben können.