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Der singende Häuptling von Bodenbach

Der singende Häuptling von Bodenbach

Der Männergesangverein (MGV) Concordia feierte sein 120-jähriges Bestehen mit einem Liederabend und richtete ein musikalisch betontes Dorffest aus. Vier Chormitglieder erhielten Auszeichnungen. Ein Teil des Erlöses aus den Veranstaltungen kommt den Familien von zwei an Leukämie erkrankten Jungen zugute.

Bodenbach. Die Zutaten zu dem Liederabend waren fünf sehr gut vorbereitete Chöre mit etwa 150 Mitwirkenden, vier Männer, die zusammen seit 200 Jahren im MGV aktiv sind, kurzweilige Festredner mit Geldbriefen und ein locker und lustig moderierender Jubiläumsvereins-Vorsitzender. Entsprechend unbeschwert und froh war die Stimmung im Bürgerhaus.Vor der gemalten Kulisse eines alten Bodenbacher Fachwerkhauses - Abbildung eines inzwischen im Freilichtmuseum Kommern stehenden Gebäudes sowie tausendfach genutzte Vorlage für eine japanische Modelleisenbahnfirma - sangen die von Guido Nisius dirigierten MGV-ler ihren Willkommensgruß, widmeten sich in Liedern dem Kulturgut der Eifel und dem sonntäglichen Kirchgang und hatten schließlich eine Uraufführung. Sie inszenierten eindrucksvoll das "Lied der Wolgaboot-Schlepper", indem sie den Zuhörer gedanklich als Beobachter an das Ufer der Wolga stellten, sich mit ihrem Lied akustisch immer mehr näherten und sich leiser werdend wieder entfernten. Auch die Gastchöre entfalteten ein abwechslungsreiches Repertoire auf der Bühne: der Kirchenchor Bodenbach (Leitung: Karl-Heinz Mannebach, Vorsitzender: Paul Heintz), der Gemischte Chor Dockweiler (Leitung: Ute Betten, Vorsitzender: Karl-Heinz Bartz), der Chor "Chorios" (Leitung: Guido Nisius, Vorsitzender: Heinz Hoffmann) und die Chorgemeinschaft Bongard (Leitung: Silvia Groß, Vorsitzender: Peter Knechtges). Ihre Liedbeiträge waren ernst und besinnlich, heiter und humorvoll, aus der Welt des Musicals oder aus dem Schaffen Mozarts.Vom Alleine-Sein und dem Segen des Singens

"Männer müssen irgendwann mal alleine sein", meinte augenzwinkernd der MGV-Vorsitzende Jakob Adriany über den Anlass zur Gründung des Vereins vor 120 Jahren. Er sei der zehnte Vorsitzende, und mit Guido Nisius habe der MGV derzeit den siebten Dirigenten. "Singen ist ein Segen", sagte Ortspfarrer Klaus Kohnz mit Blick auf die "große innere Begeisterung" des auch in Gottesdiensten mitwirkenden Männerchors. Ortsbürgermeister (und MGV-Mitglied) Hermann Heintz sprach von der hohen Wertschätzung, die dem Verein im Dorf und weit darüber hinaus zuteil werde. Gleichzeitig warb er für neue Mitglieder: "Wer Freude am Singen von weltlichen und kirchlichen Liedern und an Gemeinschaft und Geselligkeit hat, ist im MGV genau richtig." An die Erhaltung und Verstärkung des MGV appellierte auch Bürgermeister Karl Häfner (VG Kelberg). Die Ehrungen nahm die Vorsitzende des Chorverbandes Vulkaneifel Daun, Ursula Kampke, vor. Sie zeichnete Hermann Heintz ("den singenden Häuptling von Bodenbach") und Albert Schend für 60 Jahre Mitgliedschaft im MGV mit der goldenen Ehrennadel und Urkunde des Deutschen Chorverbandes aus. Wolfgang Sassert und Alfons Überhofen erhielten die goldene Ehrennadel des Chorverbands Rheinland-Pfalz für 40-jährige Treue zu dem Verein. An dem Dorffest-Programm wirkten der Musikverein Bodenbach sowie die Kinderchöre aus Dockweiler und Bongard/Bodenbach mit. Ein Teil des Erlöses kommt den in der VG Kelberg lebenden Familien der leukämiekranken Jungen Joshua und Robin zugute.