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Der Verein Hofzeit mit Sitz in Üxheim erhält für sein Bienenprojekt die UN-Auszeichnung als Projekt der Dekade Biologische Vielfalt

Artenschutz : Die fabelhafte Welt der Amelie

Der Verein Hofzeit mit Sitz in Üxheim erhält für sein Bienenprojekt die UN-Auszeichnung als Projekt der Dekade Biologische Vielfalt.

„Eine Biene kommt selten allein“ heißt das Projekt des Vereins Hofzeit, für das er am Dienstag in Köln besonders gewürdigt wird und für das er besondere Unterstützer hat, allen voran die aus der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen“ bekannten Kabarettisten Jürgen Becker und Wilfried Schmickler.

Beim Projekt ist die Zusammenarbeit mit den Landwirten ganz wichtig. Sie stellen eine Wiese oder einen Randstreifen oder ein ehemaliges Maisfeld zur Verfügung, verzichten auf Mahd und verwenden keine Pestizide. Der Verein finanziert das spezielle Saatgut, baut ein Insektenhotel und schenkt dem Landwirt im Frühjahr bis zu 500 Kokons der roten Mauerbiene.

Aber nicht nur um die kümmert sich der Verein, ihm geht es auch darum, dass Amelie sich sauwohl fühlen kann. Was sich auch so gehört, schließlich ist sie eine Sau. Während andere Schweine, die mit vier Rippen mehr als von der Natur vorgesehen rein für die industrielle Nutzung gezüchtet sind, darf Amelie mit anderen „Kolleginnen“ raus und ihren Lebensabend artgerecht genießen.

Das verdankt sie dem Verein mit Sitz in Üxheim und der aus Niedersachsen stammenden gelernten Landwirtin Dagmar Gißler, die angesichts der Realität in ihrem Beruf entschied, alles ganz anders zu machen. „Ich wollte so nicht mein Geld verdienen“, erzählt sie und auch, dass sie 2012 angesichts der vorrückenden Schweinepest aus dem Bergischen Land in die Eifel zog. Zuvor hatte sie auch in Entwicklungshilfeprojekten gearbeitet und sich zur Tierarzthelferin ausbilden lassen.

Ihre andere Sichtweise auf die Koexistenz von Tier und Mensch brachte dem von ihr gegründeten Verein nun die Ehrung der Vereinten Nationen (UN) ein: „Der Verein verbindet Natur- und Tierschutz, indem die Projekte Lebenshof für Großtiere, Wildbienenschutz und Kinder- und Jugendarbeit ineinander übergreifen. Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt“, heißt es zur Begründung.

„Wir arbeiten mit Kindertagesstätten und Schulklassen oder auch Behindertenwerkstätten“, schildert Dagmar Gißler die Resonanz. „Dabei geht es nicht mit erhobenem Zeigefinger zu, im Gegenteil, so etwas Dogmatisches mögen wir gar nicht.“ Vielmehr sind es einfache Erlebnistage mit Erfrischungen, Kaffee und Kuchen. Auch Familien mit Kindern kommen und: „Es gibt etliche, die suchen hier einfach nur eine Auszeit für sich und in Kontakt mit Tieren. Denn der Lebenshof tut nicht nur den Tieren gut, sie zu erleben hilft auch bei Ängsten oder Depressionen.“ Die Tiere selbst wurden vor dem Schlachttod gerettet und stammen oft aus Haltungen, die für sie qualvoll waren. „Aber Tiere überwinden ihre Traumata schneller als wir Menschen, darum freuen sie sich über die Besucher und haben keine Furcht vor ihnen.“  Dennoch gibt es für sie ein Refugium, das für Gäste unzugänglich ist.

 Damit es auf Wiesen blüht und summt: Das Projekt „Eine Biene kommt selten allein“ des Vereins Hofzeit wird mit einer Auszeichnung in Köln gewürdigt.
Damit es auf Wiesen blüht und summt: Das Projekt „Eine Biene kommt selten allein“ des Vereins Hofzeit wird mit einer Auszeichnung in Köln gewürdigt. Foto: TV/Angelika Koch

Besuche sind nach Terminvereinbarung möglich. Kontakt: Telefon 01520/5343297, info@hofzeit.com