"Der Wahlkampf wird hart, aber fair"

"Der Wahlkampf wird hart, aber fair"

DAUN. Neben der Qualifikation war sein Heimvorteil ausschlaggebend dafür, dass die CDU-Spitzengremien Gordon Schnieder (31) aus Birresborn aus zuletzt sieben Bewerbern zu ihrem Kandidaten für die Landratswahl im Kreis Daun am 22. April 2007 nominiert haben. Dies sagte CDU-Kreisvorsitzender Herbert Schneiders, der zudem berichtete, warum er nicht antritt.

Nachdem der TV bereits vor der offiziellen Partei-Präsentation das Geheimnis um den CDU-Landratskandidaten Gordon Schnieder (31) aus Birresborn gelüftet hatte, standen nun Einzelheiten des Bewerbungsverfahrens sowie die Rolle des CDU-Kreisvorsitzenden Herbert Schneiders in Selbigem im Zentrum des Interesses. Und die zentralen Fragen beantwortete Schneiders mit "Nein". "Nein, ich habe mich nicht beworben", sagte er erwartungsgemäß. Gar mit einem doppeltem "Nein" reagierte er auf die Frage des TV, ob die Angst vor einer erneuten Niederlage gegen Heinz Onnertz seine Zurückhaltung begründe. Er führte aus: "Damals hat mich das geschmerzt, da ich mit zwei Amtsperioden gerechnet hatte." Inzwischen, mit 53 Jahren, habe sich seine politische Planung aber verändert. Er sagte: "Meine Konzentration liegt auf Mainz." Seine aktuelle Rolle beschrieb er so: "Ich habe die Kandidatenauswahl maßgeblich beeinflusst." Auf die Ausschreibungen in Tageszeitungen und Anzeigenblättern der Großregion, in bundesweit erscheinenden kommunalpolitischen Organen sowie nach Gesprächen hätten sich 15 ernsthafte Interessenten gemeldet, von denen sieben eine Bewerbung eingereicht hätten. Unter ihnen stammte nur Gordon Schnieder aus dem Kreis Daun. Bei der Gruppe der 15 Interessenten waren nach CDU-Angaben fünf Leute aus der Region Trier, ein Nicht-CDU-Mitglied, jedoch keine Frau. Schneiders berichtete: "Mit fünf Bewerbern haben wir Gespräche geführt." Mit Hilfe eines Fragenkatalogs sei versucht worden, ein objektives Auswahlverfahren hinzubekommen. Die zentralen Anforderungen waren nach Worten des CDU-Kreisvorsitzenden: "Der Kandidat muss politische Erfahrungen mitbringen, fachlich qualifiziert, jung genug und wenn möglich, einer von uns sein. Und er muss den Amtsinhaber schlagen können." Dazu gehört nach Ansicht der CDU vor allem Zweierlei: Er muss sich in der Verwaltungsarbeit auskennen und offen auf die Bürger zugehen können. "Also nicht nur nett sein, sondern offen und qualifiziert - so wie Gordon Schnieder", brachte es Schneiders auf den Punkt. Dauns Bürgermeister Werner Klöckner, der der Wahl-Kommission angehört, fügte in Anspielung auf Schnieders' berufliche Tätigkeit in der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm und dessen Mandat im Dauner Kreistag hinzu: "Unser Kandidat hat die Arbeit eines Landrats bereits hautnah erfahren, und er weiß, wie die Arbeit im Kreistag funktioniert." Als weitere Pluspunkte hätten das junge Alter, seine kommunikativen Fähigkeiten und auch der "Heimvorteil" den Ausschlag zu Gunsten von Gordon Schnieder (31) gegeben. Schneiders verkündete: "Wir wollen die Wahl auf jeden Fall gewinnen." Der "Auserwählte" wiederum sagte in Bezug auf das einstimmige Votum der Partei-Spitzengremien, dass er stolz sei, nominiert worden zu sein und vor allem "die Partei in großer Geschlossenheit hinter mir zu wissen". Dabei habe er zunächst "aus familiären Gründen" von einer Bewerbung abgesehen. Schnieder sagte auch: "Ich gehe von einem fairen, wenngleich harten Wahlkampf aus." Wann er diesen einläuten wird, wollte er nicht verraten. Ein wenig in die Bredouille brachte den Kandidaten die Frage, was er an seinem Kontrahenten schätze: Einerseits wollte er höflich sein, da Onnertz ihn via TV auch gelobt hatte, andererseits sollte es nicht zu viel des Lobes sein. So sagte er: "Er ist nett, zuvorkommend, höflich und locker." Den um ihn herum versammelten Partei-Granden reichte das schon dicke. Glücklicherweise bekam Schnieder rechtzeitig die Kurve - und sagte: "Es ist die Frage, ob das reicht, um einen Landkreis zukunftsfähig zu führen."