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Der Wald hat viele Aufgaben: Das Forstamt Daun besteht seit 200 Jahren

Der Wald hat viele Aufgaben: Das Forstamt Daun besteht seit 200 Jahren

1816 wurde nicht nur der Landkreis Daun ins Leben gerufen, auch das Forstamt Daun wurde gegründet.

Der Wald hat den Eifelbewohnern schon immer viel bedeutet, soviel, dass vor 200 Jahren fast keiner mehr da war. Das Holz wurde zum Heizen gebraucht, viel Holzkohle wurde für die Eisenverhüttung hergestellt und die Rinde zum Gerben für die Lederindustrie gebraucht, die Blätter der Bäume kamen als Dünger auf den Acker. "Der Wald hatte keine Nährstoffe mehr und konnte nicht mehr wachsen", sagt Karl-Ludwig Pentzlin (64), seit 2004 Leiter des Forstamts Daun.

Nachdem die Eifel an Preußen ging, wurde 1816 der Kreis Daun und auch eine Art Forstverwaltung auf dem Dauner Burgberg gegründet. "Damals war hier nur noch zehn Prozent der Flächen Wald. Die Preußen haben die Situation gesehen und dann mit einem Notprogramm zuerst einmal die Höhenzüge auf den blanken Bergkuppen aufgeforstet", erzählt Pentzlin.

Mit Laubwäldern wurde begonnen, aber die Eifelböden waren zu nährstoffarm. Also versuchte man es danach mit Kiefern, aber auch das klappte nicht. Die Lösung waren Fichten, die mit den schlechten Böden zurechtkamen.
200 Jahre Kreis Daun und auch Forstamt Daun, das will gefeiert werden- wenn auch 201 Jahre später. Das Forstamt feiert sein Jubiläum am 29. April am Holzmaar, weil auch der hier verlaufene Märchen-Naturwaldpfad sein zehnjähriges Bestehen feiert. Die ehemalige preußisch- königliche Oberförsterei auf dem Burgberg ist heute Teil des Hotels Kurfürstliches Amtshaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Gartenstraße zwei Gemeinschaftsforstämter, ein kommunales und staatliches. gebaut, die bis 1996 in dieser Form bestanden. Danach wurden sie verschmolzen, nur das eine in der Gartenstraße 28 blieb übrig, das andere Gebäude nebenan ist in privatem Besitz.

In Rheinland- Pfalz gibt es insgesamt 44 Forstämter, die der Obersten Forstbehörde in Neustadt unterstehen. Das Forstamt Daun hat eine Verwaltungsfläche von rund 18 000 Hektar, wovon 15 000 Hektar reiner Wald sind. Rund 50 Mitarbeiter - von kommunalen Forstmitarbeitern, Verwaltungsangestellten bis zu Revierleitern, Forstwirtschaftsmeistern, Maschinenführern und Forstwirten - kümmern sich um die Organisation der Behörde und die Waldpflege. "Wir kümmern uns um das gesamte Leistungsspektrum über Erholung, Freizeit, Gesundheit, Natur-, Wasser-, Klima- und Bodenschutz bis hin zur Holznutzung", umreißt Karl-Ludwig Pentzlin die Aufgaben des Forstamts.
Dazu gehöre, den ökologischen Gesichtspunkt ebenso zu sehen wie den ökonomischen. Holzeinschlag. Waldarbeit und der Einsatz moderner Technik müssten als Basis der Waldnutzung sein, um die wirtschaftliche Seite zu finanzieren.

Dabei kommt dem Nadelholz eine nach wie vor zentrale Bedeutung zu. Rund 100 000 Festmeter Holz werden jedes Jahr eingeschlagen und verkauft. "Zur Nutz- und Erholungsfunktion gehört, dass die Menschen die Waldwege benutzen können. Wir halten sie frei, säubern den Wald von Müll. Auch die Naturschutzfunktion des Waldes mit einer positiven Artenvielfalt ist uns sehr wichtig. Wir haben den Rotmilan, die Schwarzstörche, den Uhu und die Wildkatze und jede Menge seltene Pflanzenarten, wo wir die Hand drüberhalten", sagt Pentzlin.

In Zeiten des Sparens im Landeshaushalt sinkt auch die Anzahl der Mitarbeiter im Forstamt. "Wir haben schon jetzt die Anzahl der Stellen, die wir nach dem Personalplan erst 2022 haben sollen. Diese Planbesetzung haben wir, nun darf keiner mehr wegfallen", hofft der Forstamtsleiter, der 2018 in den Ruhestand geht.Extra:

Jubiläumsveranstaltung 200 Jahre Forstamt

Das 200-jährige Bestehen wird am Samstag, 29.April, am Holzmaar bei Gillenfeld gefeiert. Das Programm: 14 Uhr Begrüßung Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter, Reden von Landrat Heinz-Peter Thiel und Forstamtsleiter Karl-Ludwig Pentzlin. 14.30 Uhr Wanderungen: Määrchen-Naturlehrpfad mit Klaus Mark, Drei Maare mit Dirk Vosen, Ausstellung/Präsentation, gestaltet unter anderem von Angel- und Eifelverein Gillenfeld, Natur- und Geopark, Gesundland Vulkaneifel sowie der Ferienregion Pulvermaar.