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Der Westwall als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Der Westwall als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Als einen weiteren Schritt auf dem Weg, den ehemaligen Westwall als Lebensraum, Denkmal und Mahnmal ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, versteht eine Hillesheimer Projektgruppe die Präsentation der Wanderausstellung "Grüner Wall im Westen" im Rathaus. Zudem hat sich rund um das Thema ein Netzwerk gebildet.

Hillesheim. Die zehn Ausstellungstafeln beleuchten die unterschiedlichsten Aspekte der Westwall-Ruinen - als unbeliebte Hinterlassenschaften nationalsozialistischer Politik, Sicherheitsrisiko für Menschen, Unterschlupf für Nage- und Raubtiere, Paradies für Amphibien, Nahrungsplatz für Vögel. Hinzu kommen Plädoyers, die Ruinen dauerhaft zu erhalten und den gesamten Westwallbereich als länderübergreifenden Biotopverbund zu entwickeln.Exkursionen zu den Ruinen

Für die Projektgruppe "Das Hillesheimer Land vor dem Krieg" stellt die zweite Ausstellung in der "Westwallreihe" - nach dem viel beachteten Auftakt zum Thema Westwallbau im November 2010 sowie darauffolgenden Exkursionen zu den Ruinen - eine wichtige Etappe dar. "Unser Anliegen ist es, die Vielfalt des Westwalls bewusst zu machen und uns für seinen Erhalt zu engagieren", erklärt Anne-Ruth Windscheif zu der Ausstellung, die von der Biologin Simone Schneider (Trier) im Auftrag des rheinland-pfälzischen Landesverbands im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstellt wurde. Windscheifs Mitstreiter vor Ort sind Jochen Hank, Norbert Möller, Felicitas Schulz, Nicolas Schulz und Fritz Thiel. Schon während der Konzeption der ersten Ausstellung habe sich gezeigt, dass das Thema Westwall sie wohl "über Jahre" beschäftigen werde. Erfreulich sei, wie viel Unterstützung sie bisher erhielten, betonen die Mitglieder der Projektgruppe und zählen auf: Katholische Erwachsenenbildung, Eifelvereins-Ortsgruppe, Touristinformation und Verbandsgemeinde Hillesheim, Naturpark Nord-eifel und Westwallzentrum Dahlem, Emil-Frank-Institut Wittlich, "Artcollegium", Edmund Adolphi als Kameramann, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel, zahlreiche Privatleute. Die Schirmherrschaft hat Landrat Heinz Onnertz.Die bisherigen Veranstaltungen seien allesamt auf große Resonanz gestoßen, resümiert Anne-Ruth Windscheif und sagt zu ihrer persönlichen Motivation: "Besonders den Zeitzeugenberichten kann ich mich kaum entziehen. Sie faszinieren mich immer wieder aufs Neue." Für Jochen Hank bedeutet die Mitarbeit an dem Projekt persönliches Engagement "gegen das Vergessen". Felicitas Schulz arbeitet dabei auch den Tod ihres Vaters auf. Und Norbert Möller erklärt: "Niemand von uns hätte gedacht, dass das Thema solche Kreise zieht. Wir bleiben neugierig und freuen uns über jede Information, jedes Foto, jedes Dokument." bbExtra

Die Wanderausstellung Grüner Wall im Westen ist seit August 2011 in Rheinland-Pfalz unterwegs und macht noch bis zum 28. Oktober Station in Hillesheim. Anschließend wird sie im Naturpark Nordeifel in Prüm gezeigt. Sie informiert im Wesentlichen über die Bedeutung des ehemaligen Westwalls für den Naturschutz. Die Ausstellung im Rathaus Hillesheim, Burgstraße 6, kann kostenfrei besucht werden, und zwar montags bis mittwochs von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. bb gruenerwallimwesten.de