Der Zeitdruck wächst
Vieles bleibt auch nach der Sitzung des städtischen Bauausschusses mit Blick auf den Neubau der Kindertagesstätte (Kita) auf dem ehemaligen Gelände der Standortverwaltung (Stov) offen: Finanzierung, exakte Kostenermittlung, Energiekonzept, Baubeginn, Fertigstellungstermin. Klar ist aber, dass kommende Woche der Bauantrag gestellt werden soll.
Gerolstein. Im nichtöffentlichen Teil der städtischen Bauausschusssitzung wurde am Mittwochabend über Details beraten. Obwohl ursprünglich von einem Baubeginn im Herbst ausgegangen war, liegt noch gar keine Baugenehmigung vor.
Klaus Jansen, Leiter der Bauabteilung, erklärt den aktuell beschlossenen Zeitablauf: "In der kommenden Woche soll bei der Kreisverwaltung der Bauantrag eingereicht werden. Mit der Baugenehmigung ist dann bis Dezember zu rechnen." Bisher werden die Kosten auf drei Millionen Euro geschätzt. Für die Haushaltsberatungen im November sollen die exakten Zahlen vorliegen. Bis dahin ist auch klar, wie hoch der Zuschuss der Kreisverwaltung aus dem Topf der Jugendhilfe (von 244 000 bis 334 000 Euro) ist und wie es mit den Landesmitteln aussieht. Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) sagte: "Wir hoffen auf Mittel aus mehreren Töpfen, auch aus dem Investitionsstock."
Den verschobenen Baubeginn aufs Frühjahr 2010 sieht Schwartz noch nicht skeptisch, obwohl der Zeitdruck enorm ist. Denn bis August 2010 muss Einzugstermin sein, da die Stadt bis dahin laut Landesgesetz Kita-Plätze für Zweijährige vorhalten muss. Der Stadtbürgermeister sagte "Die Experten sagen, dass der Termin noch einzuhalten ist."
Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Beheizung der Kita. Im Bauausschuss wurden mehrere Möglichkeiten vorgestellt. Jansen: "Momentan scheint eine Luftwärmepumpe für 8500 Euro die günstige Variante zu sein."
Als optimal gilt aber die Anbindung an ein Nahwärmenetz, das auch Schulzentrum, Hallenbad und Rathaus versorgen soll. Allerdings ist der Kita-Neubau nicht in der dazu im vergangenen Jahr in Auftrag gegebenen Studie erfasst. Jansen: "Das ist aber kein Problem, da eine Querverbindung rasch herzustellen wäre." Diese Planung liegt aber noch auf Eis, da der Förderantrag zunächst abgelehnt wurde. Jansen hofft allerdings, dass Gerolstein von Restgeld, das zum Jahresende verteilt wird, profitieren kann. In Sachen Verkehrsanbindung war sich der Ausschuss einig: Einstimmig wurde beschlossen, eine weitere Zufahrt zum Areal mit Einbahnregelung und eigener Bushaltestelle für die Kita sowie zusätzliche Parkplätze einzurichten.
Damit ist die Anbindung zur Raderstraße klar. Schwartz: "Die Raderstraße wird 2010 definitiv ausgebaut, weil jetzt die Arbeiten ausgeschrieben werden."