Die Ära Häfner ist nach 34 Jahren vorbei: Johannes Saxler hat sein Amt als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kelberg angetreten.

Kommunalpolitik : Der neue Chef braucht keine Einarbeitungszeit

Die Ära Häfner ist nach 34 Jahren vorbei: Johannes Saxler hat sein Amt als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kelberg angetreten.

Johannes Saxler ist kein Mann der großen Worte. Da wundert es nicht, wenn er seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg als „ganz normalen Montag“ bezeichnet. Aber es ist dann doch kein ganz normaler Montag, wenn nach 34 Jahren die Ära Karl Häfner mit dem Wechsel auf dem Chefsessel endet. Für den 1. Beigeordneten Werner Rätz ist das jedenfalls Anlass genug, den alten und den neuen Bürgermeister sowie Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus einzuladen – mit Kaffee und (alkoholfreien) Getränken. Kleiner Rahmen – ganz im Sinne des neuen Chefs.

Große Worte und Erläuterungen sind auch nicht nötig, denn der neue Verwaltungschef kennt das Rathaus wie kein Zweiter, schließlich arbeitet er dort schon seit vier Jahrzehnten, Einarbeitungszeit ist nicht erforderlich. Da ist es auch kein Problem, dass er das nur wenige Schritte von seinem langjährigen Arbeitsplatz entfernte Bürgermeisterbüro noch nicht bezogen hat. „Wahrscheinlich im Lauf der Woche“, sagt Saxler. Aktionismus, nur weil er nun Bürgermeister ist – das ist seine Sache nicht. Neuland ist für ihn nur, dass er künftig die VG repräsentieren muss, wie am kommenden Wochenende beim VG-Feuerwehrtag.

Der 56-Jährige ist für acht Jahre gewählt, eine Laufzeit, die nicht unbedingt in Stein gemeißelt sein muss, wenn das Thema Fusion von Verbandsgemeinden wieder aktuell wird. „Wenn das vom Land in Auftrag gegebene Gutachten, dass sich mit der Zukunft der Kreise befasst, vorliegt, halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass über die VG Kelberg wieder diskutiert wird“, sagt Saxler. „Und wenn von höherer Stelle Veränderungsbedarf gesehen wird, wird sicher nicht auf die Amtszeit des Bürgermeisters der VG Kelberg Rücksicht genommen.“

Nach 26 Jahren bekommt Johannes Saxler in Kürze ein neues Büroschild: Statt Büroleiter ist er nun Bürgermeister. Foto: TV/Stephan Sartoris

Mit solchen Überlegungen muss sich Karl Häfner (65) nun nicht mehr beschäftigen. Er hat am Samstag um Mitternacht, als seine Amtszeit offiziell endete, „in stiller familiärer Atmosphäre“ mit seiner Frau ein Gläschen auf den Übergang vom Berufsleben zum Pensionärsdasein getrunken. Auch er macht kein Aufhebens darum, dass er die VG so lange mit geprägt hat. „Es ist mir wirklich leicht gefallen, dass das Kapitel Bürgermeister zu Ende gegangen ist. Sicher auch, weil ich weiß, dass das Haus mit dem in allen Belangen versierten neuen Verwaltungschef in guten Händen ist.“ Was macht er nun mit den vermeintlich vielen freien Stunden? „So viele werden es sicher nicht sein. Meine Frau und ich werden reisen, die Enkelin wird auch mehr vom Opa haben. Ich bin überzeugt: Langweilig wird mir nicht.“

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