Die Bahn, die Barbusige und die Beamten

Die Bahn, die Barbusige und die Beamten

Herr Schäuble kann reden, was er will und uns versichern, es bestehe kein Anlass, die Bahn zu meiden. Doch die Berichte über Kofferbomben und Terrorfahndung halten den einen oder anderen Fahrgast davon ab, die Bahn zu benutzen.

Da muss die Deutsche Bahn doch handeln und den Leuten wieder den Spaß am Bahnfahren vermitteln. Vielleicht gelingt es sogar, in diesem Zusammenhang weitere Zielgruppen zu erreichen und diese als neue Kunden zu gewinnen. Aber wie? Aus der Kunstgeschichte - denken wir nur an Delacroix' bekanntes Gemälde der "Freiheit", die das Volk barbusig auf die Barrikaden führt - und vor allem aus der Werbung wissen wir, dass Frauen mit blankem Oberkörper in der Lage sind, viel zu bewegen. Diese uralte Erkenntnis mag die Bahn unlängst veranlasst haben, eine Frau mit besagtem freien Oberkörper von Trier nach Köln fahren zu lassen; zum Kundenfang sozusagen und zum ultimativen Test quer durch die katholische Eifel. Der Test gelang nicht wie erhofft, denn offensichtlich waren weder der Zugschaffner noch die Polizei über diese einfallsreiche Aktion informiert. So kam es, dass die Dame unter Dauner Polizei-Assistenz völlig unangemessen mit einer alten Arbeitsjacke verhüllt wurde. Die Bahn soll sich aber nicht durch diese übereilte und sachfremde Bekleidungsinitiative der Beamten davon abbringen lassen, diese interessante Idee weiter zu verfolgen. Barbusiges Begleitpersonal, eingesetzt zum Beispiel auf der Eifelstrecke, wird vielleicht man(n)chen Fahrgast dazu bringen, wieder mal mit der Bahn statt mit dem Auto zu fahren. Als ständiger Nebeneffekt wäre damit auch eine Verringerung der Umweltbelastung in punkto Abgas verbunden. Da müssten doch alle Verständnis für einen geringen Zuschlag für das Oben-ohne-Personal haben. Walburga ging völlig bekleidet "auf die Barrikaden" und hält das alles für eine ausgesprochen frauenfeindliche Idee. Sie hegt übrigens den Verdacht, dass diese im TV beschriebene und Aufsehen erregende Bahnfahrt einer Frau samt Polizeieinsatz in Gerolstein lediglich ein PR-Gag einer Zeitung war (eigentlich passte das doch nur zur bundesweiten "B.-Zeitung"). Oder war etwa doch die Deutsche Bahn verantwortlich, fragt sich