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Schule: Die BBS wird digital

Schule : Die BBS wird digital

An der Berufsbildende Schule in Gerolstein kann ab nächstem Sommer das Abitur mit Schwerpunkt Informationstechnik gemacht werden.

Dem Roboter Nao das Musizieren beibringen, einen Industrie-Greifarm so programmieren, dass er komplexe Arbeitsabläufe meistert oder mit der gesamten Klasse ein Netzwerk aufbauen, über das miteinander kommuniziert werden kann: Was an der Berufsbildenden Schule (BBS) Vulkaneifel in Gerolstein bereits in Ansätzen (im Schulzweig des Beruflichen Gymnasiums mit Schwerpunkt Metalltechnik) praktiziert wurde, wird künftig ausgebaut und vertieft: Denn ab dem Schuljahr 2019/2020 (ab Sommer) wird innerhalb des beruflichen Gymnasiums zusätzlich der Schwerpunkt Informationstechnik (IT) angeboten.

„Ein absoluter Glücksfall: Wir freuen uns riesig über diese Möglichkeit, den jungen Menschen in der Vulkaneifel diese neue Bildungsmöglichkeit anbieten zu können. Das ist für technikbegeisterte Schüler ebenso wie für unsere ländliche Region ein großer Gewinn und stellt zudem einen Beitrag zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie des Landes dar“, sagt Schulleiter Günter Karst. Schulen müssten einen Beitrag dazu leisten, Grundlagen für den wirtschaftlichen Fortschritt zu legen. Und daher habe sich die Schule darauf beworben – und nun den Zuschlag erhalten.

Für „alle IT-Freaks oder solche, die es noch werden wollen“, sei das eine gute Neuigkeit, meint auch der zweite stellvertretende Schulleiter Percy Merkelbach, der sich gemeinsam mit einem Kollegen um alles in der BBS kümmert, was mit Informationstechnologie zu tun hat. Und da gibt es einiges: Unter anderem gibt es 230 PC-Arbeitsplätze – und damit mehr als an jeder anderen Schule in der Vulkaneifel. Und die werden vom kleinen Kompetenzteam innerhalb des Kollegiums alleine gewartet und am Laufen gehalten. „Einen Externen haben wir noch nie benötigt“, sagt Merkelbach, den man durchaus auch als als Mathe- und Technikfreak bezeichnen kann. Wer sonst besitzt für jeden Tag der Woche ein T-Shirt mit einem Mathespruch – zum Beispiel: „Vier von drei Leuten haben keine Ahnung von Mathe“ oder „Mathematiker – weil Superheld kein anerkannter Beruf ist.“

Es werde darauf Wert gelegt, dass es locker und praxisorientiert beim Unterricht mit der komplexen Materie zugehe. „Wenn wir über das Internet sprechen, bekommen die Schüler erstmal Werkzeug in die Hand gedrückt, und wir schauen uns genau an, wie ein Netzwerkkabel aufgebaut ist“, nennt Merkelbach ein Besipiel. Oder aus der Aufgabe „Programmieren des Gelenkarmroboters“ wird mal rasch ein Wettstreit zwischen Schülerpaaren gemacht: Weiter kommt derjenige, bei dem die Maschine die Aufgabe schneller erledigt. „Da packt die meisten dann richtig der Ehrgeiz“, berichtet der Lehrer.

Gedacht ist das neue Angebot für alle Schülerinnen und Schüler, die nach der zehnten Klasse die Allgemeine Hochschulreife erwerben und eine gute Vorbereitung auf ein Studium oder eine Ausbildung im IT-Bereich anstreben. Merkelbach weiß aus Erfahrung: „Es gibt viele Schüler, die technikaffin sind und gerne am PC spielen – und dennoch bei Firmen keine Chance bekamen, weil sie zu wenig Grundkenntnisse hatten. Nach zwei Jahren bei uns, werden sie von den Unternehmen mit Handkuss genommen.“

Damit das neue Angebot ab Sommer starten kann, benötigt die BBS 60 Anmeldungen fürs Berufliche Gymnasium (mit den beiden Schwerpunkten Metalltechnik und Informationstechnik).

Die BBS Vulkaneifel veranstaltet am Montag, 21. Januar um 19 Uhr  einen Informationsabend. Darüber hinaus kann ein Schnuppertag oder ein individuelles Beratungsgespräch (Telefon 06591/95660) vereinbart werden.