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Die Bürgerbusse rollen an

Die Bürgerbusse rollen an

Nach einer Vorlaufzeit von zwei Jahren ist nun alles klar für die Fahrt aus den Dörfern des Dauner Umlandes in die Kreisstadt und zurück. Am 9. und 13. Januar gehen mit dem Bus des Vereins Bürger für Bürger die Routen Hinterbüsch und Pulvermaar an den Start; am 11. Januar setzt sich das Fahrzeug der Ortsgemeinde Sarmersbach erstmals durch die Struth in Bewegung.

Daun/Sarmersbach. "Wir sind startklar und überzeugt, dass wir an alles gedacht haben", bringt Tim Becker vom Verein Bürger für Bürger den aktuellen Stand des Bürgerbus-Projekts auf den Punkt.
Gemeinsam mit dem Dauner Arzt Volkhard Bangert, der als Mitglied des Lions Club an dem Projekt mitarbeitet, hat Tim Becker alle sechs Routen abgefahren, hat die Zeit von einem Haltepunkt bis zum nächsten aufgezeichnet und die ungefähre Dauer des Ein- und Aussteigens ermittelt. Zehn ehrenamtliche Fahrer haben eine verkehrsmedizinische Untersuchung absolviert, haben sich mit dem Fahrzeug vertraut gemacht und sind über die Bedingungen des Fahrens informiert worden.Sechs Haltestellen in Daun


So können am Montag, 9. Januar, um 8.04 Uhr in Niederstadtfeld die ersten Fahrgäste einsteigen. In der Stunde darauf können die Bewohner von Schutz, Deudesfeld, Desserath, Meisburg, Weidenbach, Wallenborn, Oberstadtfeld und Pützborn zusteigen und in Daun an sechs verschiedenen Haltepunkten aussteigen. Nach einem ähnlichen Prinzip geht zwei Tage später die Struth-Route an den Start (siehe Extra). Auf der Pulvermaar-Route ist am Freitag, 13. Januar, Premiere. Start ist um 8.30 Uhr in Gillenfeld. Der Bus fährt über Mückeln, Strohn, Trautzberg, Strotzbüsch, Immerath, Winkel, Ellscheid, Udler, Saxler und Gillenfeld nach Daun.
"Wir freuen uns", sagt Tim Becker und erklärt, dass der Januar erst einmal ein Probemonat mit drei Routen sei. Ab Februar sollen nach und nach die weiteren Routen Wacholderheide (mit Bleckhausen, Brockscheid, Gemünden, Schalkenmehren, Tettscheid, Trittscheid, Üdersdorf und Weiersbach), Steineberger Ley (mit Boverath, Darscheid, Demerath, Gefell, Hörscheid, Mehren, Schönbach, Steineberg, Steiningen und Utzerath) und Ernstberg (mit Betteldorf, Dockweiler, Dreis-Brück, Hinterweiler, Kirchweiler, Neunkirchen, Steinborn und Waldkönigen) in Betrieb genommen werden.
Dann kommen auch die weiteren zehn Fahrer auf der Warteliste zum Zug. "Denn es soll ja ein Vergnügen bleiben", meint Becker mit Blick darauf, dass die Fahrer nur etwa ein Mal im Monat zum Einsatz kommen sollen.
Die Fahrer bekommen keinen Lohn. Für die Fahrgäste ist die Fahrt grundsätzlich kostenlos. Sie können sich aber mit einem freiwilligen Betrag an den Betriebskosten beteiligen; eine Spendendose ist im Bus.
"Die Bürgerbusse sollen die Buslinien des Öffentlichen Personennahverkehrs ergänzen", betont Tim Becker. Denn diese seien hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Schülern ausgerichtet. Mit dem Bürgerbus kämen insbesondere ältere Menschen ein Mal in der Woche auf praktische Weise zu Terminen und Einkäufen nach Daun und zurück.
Fahrpläne gibt es im Internet:
buergerbus-vgdaun.deExtra

Am Mittwoch, 11. Januar, macht sich um 8 Uhr der Bus von Sarmersbach aus erstmals auf den Weg, fährt zunächst mit Boxberg, Beinhausen und Neichen drei Dörfer der Verbandsgemeinde Kelberg an und stoppt anschließend auf dem Weg nach Daun noch in Kradenbach, Nerdlen und Rengen. "Unsere Aufenthaltszeit in Daun ist kürzer als die des Bürger-für-Bürger-Busses", erklärt der Sarmersbacher Ortsbürgermeister Dieter Treis, dessen Gemeinde einen eigenen Bus angeschafft hat (der TV berichtete). Zwei Fahrer wechseln sich ab und führen in den ersten Monaten eine Umfrage unter den Fahrgästen durch - "damit wir flexibel reagieren können", betont Treis. "Wir sind froh, dass es endlich losgeht." Eine Einschätzung, wie die Bewohner den Bus annehmen, sei schwierig. Er hoffe, dass es viele werden. Über den Einsatz als Bürgerbus hinaus werde der Neun-Sitzer auch für individuelle Fahrten genutzt; dieses Angebot gelte aber nur für die Sarmersbacher. bb