Die Footwarmers, Gerolsteins erste Beatformation, tritt im Rondell auf

Kultur : Das Comeback der Footwarmer

Die erste Beatformation der Brunnenstadt tritt nach fünf Jahrzehnten mit der Slaughterhouse Jazzband in ihrer Heimat auf. Am 26. Oktober gibt es ein Wiedersehen mit den Beatles aus Gerolstein im Rondell.

„Wir haben viel geprobt, jetzt müssen wir nur noch liefern“, sagt Helmut Ganser, der sein Schlagzeug für den Auftritt im Rondell reaktiviert hat. Keiner der vier Freunde, die 1964 die „Footwarmers“ aus der Taufe hoben, habe seit der Trennung der Band ernsthaft Musik gemacht, erzählt Ganser, der seit langen Jahren in Hamburg lebt. „Wir haben 1967 am St. Matthias-Gymnasium Abitur gemacht, danach hat sich die Band in alle Windrichtungen zerstreut. Nun mussten wir erst einmal die alte Geschmeidigkeit wiederfinden.“

In einer exzellent guten Form sei die Truppe in ihren aktiven Jahren gewesen: „Wir hatten etwa 300 Songs im Repertoire und waren weit über die Grenzen von Stadt und Kreis bekannt“, erinnert sich der Schlagzeuger. Allerdings hätte das Bühnenprogramm nicht nur Lieder ihrer großen englischen Vorbilder wie den Beatles, den Rolling Stones und den Shadows beinhaltet, sondern auch die damals schon sehr beliebten deutschen Schlager: „Aus heutiger Sicht haben wir bei unseren Auftritten einen kruden Musik-Mix geboten“, sagt Ganser und lacht. Einen Fotobeweis schickt Helmut Ganser per E-Mail: Im damaligen Programm stehen „House of the Rising Sun“ von den Animals oder der wilde Beatklassiker „Woolly Bully“ von den Pharaos einträchtig neben gänzlich der 1960er-Revolte unverdächtigen Kompositionen wie „Ganz Paris träumt von der Liebe“ und „Heidewitzka, Herr Kapitän“.

Doch genau diese Mischung hätten die Veranstalter in den 60er Jahren verlangt. „Die Band hat auf Tanzveranstaltungen, bei Kirmesfeiern und Hochzeiten gespielt. Zu den Schlagern hat das ältere Publikum schön gesittet getanzt, bei den englischen Songs sind die Jugendlichen ausgeflippt – und die Alten haben darüber den Kopf geschüttelt.“

Heute sind die Schulfreunde von damals selbst Teil der sogenannten „älteren Generation“ – das heißt aber nicht, dass sie sich von der Beat-Musik losgesagt hätten. „Allesamt sind wir inzwischen Rentner, haben aber großen Spaß an der Sache.“

Für die gemeinsamen Proben nehmen die vier Schulfreunde und der neu hinzugekommene Sänger Rolf Heyer (der 1969 sein Abitur am St. Matthias-Gymnasium gebaut hatte und Ende der 60er in der Band „United Backwoods“ aktiv war) lange Anreisen in Kauf. „Wir veranstalten jedes Mal eine Sternfahrt nach Ingelheim, um zu proben.“ Dort lebt der Leadgitarrist Hans-Jürgen Arends, Rhythmus-Gitarrist Reinhard Clemens wohnt in Bad Breisig, Bassist Manfred Hoffmann lebt in Amberg, Helmut Ganser in Hamburg.

Nach mehr als fünfzig Jahren gibt es ein Comeback der ersten Beatband Gerolsteins im Rondell. Die "Footwarmers" kehren zurück - und sie wollen nur spielen. Foto: Vladi Nowakowski
Nach mehr als fünfzig Jahren gibt es ein Comeback der ersten Beatband Gerolsteins, den „Footwarmers“, im Rondell. Das Plakat erinnert an einen der ersten Auftritte der Band in der Brunnenstadt. Foto: Vladi Nowakowski

Das Comeback der „Footwarmers“ und der gemeinsame Auftritt mit der Slaughterhouse Jazzband im Gerolsteiner Rondell seien eher zufällig zustande gekommen“, erzählt Alfons Hardt, der Bassist der Jazzformation. „Helmut Ganser habe ich in Densborn kennengelernt, wo er öfters seinen Urlaub verbringt.“ Selbstverständlich sei auch über Musik gesprochen worden, man kannte sich. „Daraus ist die Idee entstanden, gemeinsam aufzutreten, sagt Hardt. Die Footwarmers und die Slaughterhouse Jazzband werden den Auftritt am Samstag, 26. Oktober, ab 19 Uhr abwechselnd bestreiten. Was das Publikum von der ersten Beatband Gerolsteins erwarten kann, formuliert Helmut Ganser so: „Wir spielen die großen Hits der 1960er Jahre. Beatles, Stones, Beach Boys, Kinks, Rattles, Shadows und Spotnicks. Die Band freut sich auf einen gemeinsamen Abend mit der Slaughterhouse Jazzband mit möglichst vielen, die in den 60er Jahren mit dabei waren.“

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