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Die Glocken läuten wieder!

Die Glocken läuten wieder!

Die Kapelle St. Kornelius und St. Briktius im Gerolsteiner Stadtteil Bewingen ist gerettet, und die Glocken dürfen wieder geläutet werden. Am 17. Mai wird zum Abschluss der rund 80 000 Euro teuren Sanierung an dem Ort des Gebetes und dem Kulturgut an der Kyll Maiandacht und Dankeschön gefeiert.

Gerolstein-Bewingen. Im Jahr 2011 hatte der Verwaltungsrat der zuständigen Kirchengemeinde Niederbettingen die dringende Notwendigkeit der Dachsanierung an der Bewinger Kapelle festgestellt. An Lebensdauer wurden der Schiefereindeckung damals noch höchstens drei bis vier Jahre gegeben. Das Glockengeläut war bereits eingestellt worden - Einsturzgefahr bestand. "Dabei war allen Beteiligten bewusst, dass es ein finanzieller Kraftakt werden würde", erklärt Pfarrer Andreas Paul (Hillesheim) mit Blick auf den Kostenvoranschlag von 80 000 Euro. Das Bistum Trier gewährte wegen Substanzerhaltung einen Zuschuss von 60 Prozent (48 000 Euro). Doch war auch der verbleibende Eigenanteil (32 000 Euro) ein "dicker Batzen".
Aber die Menschen in dem Dorf an der Kyll und darüber hinaus setzten sich für die Rettung ihrer Kapelle ein, veranstalteten ein Kapellenfest, an dem fast alle 130 Einwohner sich beteiligten und das 2200 Euro erbrachte (der Trierische Volksfreund berichtete). Die Jagdgenossenschaft Gerolstein spendete 5000 Euro, die Bewinger Senioren verzichteten zugunsten von 1500 Euro für die Sanierung auf Ausflug und Adventsfeier, es flossen Spenden von Firmen und Privatleuten. Insgesamt fast 17 000 Euro, für die sich die Bewinger nach den Worten von Pfarrer Paul "mächtig ins Zeug gelegt" hätten.
Von Oktober 2014 bis April 2015 dauerte die Sanierung des Daches, des Dachstuhls und des Glockenturms unter Leitung des Oberbettinger Architekten Gottfried Perings. Und weil nun schon ein Gerüst vorhanden war, ergriffen Peter Schlacks und Peter Schmitz aus Bewingen die Initiative zum Neuanstrich der Außenfassade. Die Kosten dafür sind privat vorfinanziert.
"Es wurden viel Zeit, Geld und Kraft in die Sanierung gesteckt", fasst Pfarrer Andreas Paul zusammen. Nun soll die Kapelle tagsüber geöffnet bleiben, und es wurde ein Opferlichtständer angeschafft. Am 17. Mai wird gefeiert - zuerst, um 17 Uhr, eine Maiandacht in der Kapelle, dessen Chorhaus als ältestes Teil aus der Zeit um 1500 stammt. Anschließend laden die Bewinger Bürger zu Umtrunk und Imbiss in den Hof der Familie Schlacks nahe der Kapelle ein.