Die Hüter des verlorenen Sauerbrunnens

Die Hüter des verlorenen Sauerbrunnens

Edgar Clemens, Willi Marek und Matthias Scholzen sind nach dem Ende ihres Berufslebens noch mal richtig durchgestartet - mit Ideen und Projekten, die ihrem Dorf und seinen Bewohnern und Besuchern zu Gute kommen. Zum Beispiel mit der Renovierung des Sauerbrunnens ("Drees") in der Schulstraße.

Wallenborn. Seit Menschengedenken stillen die Wallenborner ihren Durst an den fünf Sauerbrunnen, die im Dorf und rundherum aus dem Boden sprudeln. Auch an dem Sauerbrunnen am "Drees-Büschelchen" am Ende der Schulstraße.
Dort waren vor etwa 30 Jahren im Zuge einer touristischen Aufwertung der Gemeinde Landesmittel in Höhe von knapp 100 000 Euro investiert worden.
"Dabei ist mehr kaputt als richtig gemacht worden", sind sich der Bäckermeister Edgar Clemens (75), der Elektriker Willi Marek (65) und der Aufzugsmonteur Matthias Scholzen (76) einig. "Nichts lief mehr", so beschreiben sie den Zustand der Anlage im vorigen Jahr.
Die drei Männer sind zwar im Ruhestand. Doch die Ideen und Projekte für eine sinnvolle Alltagsgestaltung in ihrem 450-Einwohner-Heimatdorf gehen ihnen nicht aus. "Wir sind glücklich, wenn wir etwas für die Allgemeinheit tun können", erklären sie. Ortsbürgermeister Günter Mehles ist einer der größten Fans der "Rentner mit Kompetenz und Gemeinsinn", und er weiß: "Ohne sie stünde ich auf verlorenem Posten." Clemens, Marek und Scholzen haben schon die Wallenborner Wegekreuze freigestellt und kürzlich auf dem Friedhof eine zusätzliche Treppe angelegt, die vor allen Dingen die älteren Menschen freut und entlastet. "Unn se seijt joot uss", erzählen sie mit Blick auf das gelungene Werk.
Ihr bisher größtes Projekt war die Neugestaltung des eingangs erwähnten Sauerbrunnens am "Drees-Büschelchen". Fast ein Jahr lang waren sie damit beschäftigt, bis Ende August die viel beachtete Einweihung gefeiert wurde.
Initiative und Engagement


"Bei der Suche nach der verschütteten Quelle waren wir ein paar Mal drauf und dran, aufzugeben", erinnern sich die drei Rentner. Nun sind sie froh, durchgehalten zu haben.
Denn was die zufällig vorbeikommenden Touristinnen auf Eifelwanderurlaub - Sabine Altmeyer, Maria Münster und Elisabeth Wilde aus Saarbrücken - mit "gut", "schön" und "wunderbar" kommentieren, ist einzig der Initiative und dem Engagement von Edgar Clemens, Willi Marek und Matthias Scholzen zu verdanken. "Und außerdem der materiellen und maschinellen Unterstützung von Karl-Heinz Cordel und Rudolf Thull", wollen sie ergänzt wissen.
"Wobei die veranschlagten 5000 Euro deutlich unterschritten worden sind", betont der Ortsbürgermeister.

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