Die Klasse 3a der Grundschule Hillesheim hat den Zuschlag für ein vom Land gefördertes Projekt bekommen.

Schule : Klimaschutz im Klassenzimmer

Spannende Experimente und jede Menge Tipps in Sachen Energieeffizienz: Die Klasse 3a der Grundschule Hillesheim hat den Zuschlag für ein vom Land gefördertes Projekt bekommen.

Der Zeigefinger wird heiß. Ben hält einen kleinen, mit Alufolie ausgelegten Trichter hoch, den er auf seinen Finger gesteckt hat, der Sonne entgegen. Die große Ausgabe des kleinen Trichters nennt sich Solarkocher und beruht auf dem selben Prinzip. Später werden die Kinder der 3a der Hillesheimer Grundschule staunen, wie schnell das Wasser in einem Topf  durch Sonnenkraft kochend heiß wird  – und wie fix die Würstchen darin fertig sind. „Das ist eine tolle Erfindung“, sagt der neunjährige Ben Theowald. Sie sei dort sehr hilfreich, wo die Sonne fast das gesamte Jahr scheint, meint er. „Zum Beispiel in Afrika. Die Menschen dort müssen nicht mehr Holz verbrennen, um zu kochen.“

Der Solarkocher ist nur ein Teil der vielen Eindrücke, die die Schüler im Laufe der Kinderklimaschutzkonferenz praktisch an das Thema Energieeffizienz heranführen. Das Projekt, gefördert durch das Umweltministerium Rheinland-Pfalz, bietet Grundschulen an, Klimaschutz in den Unterricht zu integrieren. Unter den 50 in diesem Jahr ausgewählten Schulen hat auch die Hillesheimer Grundschule den Zuschlag bekommen.

Zu diesen besonderen Unterrichtstagen reisen Mitarbeiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagment (IfaS) mit allen benötigten Arbeitsmaterialien an, in Hillesheim wurden sie durch einen Ranger des Geoparks Daun unterstützt. „Das war ein sehr lehr- und ereignisreicher Tag für die Kinder, der morgens um acht Uhr begann und abends um 20 Uhr endete“, sagt Thorsten Seithe, Klassenlehrer der 3a.

Es sei wichtig, bereits die Jüngsten in Sachen Umweltschutz aufzuklären, sagt Seithe. „Den Kindern gehört die Zukunft und leider müssen sie das ausbaden, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde.“ Eine Sensibilisierung für die Umwelt und nicht ein bloßes „Weiter so“ sei die einzige Chance für künftige Generationen.

„Wir haben in einem Versuch selbst CO2 hergestellt“, erklärt die achtjährige Anne Müller. Da der Klimakiller Nr. 1 ja sonst nicht zu sehen sei, habe die Klasse Essig und Backpulver zusammen gemengt und das dabei entstehende CO2 in einen Luftballon geleitet. „Da drin konnte man es fühlen“, sagt ihre Klassenkameradin Leonie Mauren.

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Was unser Planet durchmacht, wenn es ihm wegen der durch das CO2 bedingten Klimaerwärmung zu warm wird, hat der achtjährige Maxim Gircik am eigenen Leib erfahren. „Ich war die Erde und mir wurden immer mehr Jacken umgelegt, bis es mir einfach zu heiß wurde“, erzählt er. Die Kinderklimaschutzkonferenz hat die 23 Schüler der 3a ins Grübeln gebracht: „Es ist besser, mit dem Auto in Urlaub zu fahren, als zu fliegen“, sagt beispielsweise Anne. „Immer Licht ausmachen, wenn man ein Zimmer verlässt“, weiß Maxim. „Und die Heizung ausmachen, wenn gelüftet wird,“ sagt Ben. „Die Welt gehört in Kinderhände. Kinder an die Macht“, singt Herbert Grönemeyer.