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Die Kunst in Zeiten von Corona

Kultur : Galerie Augarde hält auch in Corona-Zeiten die Kunst-Fahne hoch

Die Kulturszene hat es auf Grund der Pandemie besonders schwer, unzählige Konzerte oder Ausstellungen können nicht wie geplant oder gar nicht stattfinden. Die Galerie Augarde hält in dieser Situation erst recht die Fahne hoch.

Kein Kunstgenuss möglich, weil Corona einen Strich durch die malerische Rechnung macht? Kultur lief und läuft vielerorts mit zwangsläufig gebremster Energie. Nicht so in Daun in der Galerie Augarde. In den vergangenen Wochen und Monaten öffnete sie ihre Tür auch für etliche neue Besucher, die das kleine „Kunstgeschäft“ in der Einkaufsmeile der Kreisstadt erst noch entdecken… vor allem Touristen. „Für die ist es oft eine Überraschung, in einer so kleinen Stadt eine professionelle Galerie vorzufinden“, schildert Inhaberin Stefanie Mayer-Augarde das Feedback, „das ist man eher aus Großstädten gewohnt. Und für mich ist es ein gutes Gefühl, Daun damit als Kulturort mit zu profilieren.“

Die Metropole ist thematisch in der aktuellen, noch bis zum 24. Oktober laufenden Ausstellung vertreten, denn sie trägt den Titel „Die Düsseldorfer“ und zeigt Werke von Mario Reis, Ulrich Westerfrölke und Stefan Noss. Die Stile und Techniken sind unterschiedlich – von nachdenklich und minimalistisch bis verspielt oder farbenreich, von Grafik bis Malerei. Daher können sie in den Galerieräumen in einen spannungsreichen Dialog treten. Doch sie haben auch Gemeinsamkeiten: Alle drei Künstler gehören zum Stamm der Galerie, alle drei studierten an der renommierten Düsseldorfer Akademie. Westerfrölke und Reis leben in der Vulkaneifel. „Mit der Galerie möchte ich auch auf die sehr lebendige Kunstszene unserer Region aufmerksam machen, die es hier gibt“, betont die Galeristin. „Und gerade in Coronazeiten tut es gut, sich mit Kunst zu beschäftigen, es ist ein Stück Lebensqualität und tröstet über manches hinweg.“

Viele Kunstschaffende kämpften gerade derzeit um ihre Existenz, denn fast alle Messen und Ausstellungen, bei denen die Kunst an die Käufer gelangen kann, seien ausgefallen. „Darum habe ich den Sommer über auch in zwei Phasen insgesamt 19 verschiedene Künstlerinnen und Künstler ausgestellt. Sie hatten bei mir eine Gelegenheit, sich zu präsentieren, und konnten auch einiges verkaufen.“ Es sei für alle Beteiligten gut, dass sich der Kunstmarkt behauptet: „Die Künstler merken, es tut sich was. Das ist wichtig, um bei der Stange zu bleiben.“ Mieten, Strom und Heizung oder die Raten für die Künstlersozialkasse müssen schließlich trotz Corona weiterhin bezahlt werden.

Stefanie Mayer-Augarde machte die Beobachtung, dass bei vielen Kunstliebhabern der Wunsch nach neuen Werken als Verschönerung des Lebensumfeldes zugenommen hat und dass sie das Geld, welches normalerweise für den Urlaub reserviert ist, gern für Kunst ausgeben. „Als die Pandemie begann und sich ihre gravierenden Auswirkungen auf das Kulturleben abzeichneten, stand ich mit meiner Galerie vor der Entscheidung, entweder aufzuhören oder jetzt erst recht Vollgas zu geben.“ Sie entschied sich für Letzteres. „Ich habe viele neue Ideen und werde, wenn es nach Plan läuft, Ende Oktober mit sieben Künstlern auf der Frankfurter Kunstmesse vertreten sein.“

Denn dieses große Kunsttreffen wird es nach derzeitigem Stand mit den üblichen Coronaschutzmaßnahmen nicht nur virtuell, sondern auf die klassische Weise real geben – und die Messe wird für die Galerie Augarde aus Daun sogar mehr Platz zur Verfügung stellen als in früheren Jahren.