Die langen Folgen eines kurzen üblen Streichs

Die langen Folgen eines kurzen üblen Streichs

KELBERG. Am 6. Oktober hatten drei Jugendliche den Innenraum der Kelberger Kirche durch das mutwillige Entleeren eines Feuerlöschers folgenschwer verschmutzt (der TV berichtete). Inzwischen sind die Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten fast abgeschlossen und die Orgel zur Reinigung abgebaut. Ab dem ersten Adventsonntag, 27. November, wird wieder Gottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert.

Kaum etwas erinnert mehr an das Desaster, das die drei 13 und 14 Jahre alten Jungen Anfang Oktober in der St.-Vinzenzius-Kirche angerichtet hatten. Das Salz-Silikon-Gemisch, das sich aus dem Feuerlöscher als weißes Pulver im gesamten Kirchenraum verteilt hatte, ist vom Fußboden und den Bänken entfernt, die sakrale Ausstattung fachmännisch von dem aggressiven Belag befreit worden. Nur die Orgel fehlt. Aus dem Prospekt wurden sämtliche Pfeifen und alle weiteren Metallteile entfernt. Der Spieltisch wurde staubdicht verpackt, und ein Ersatzinstrument hat seine Stelle eingenommen. Kühl ist es in der Kirche. "Morgen wird die Heizung wieder in Betrieb genommen", sagt der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Werner Rätz. "Und am ersten Advent wird hier wieder die Messe gefeiert." Mit der Rückkehr der Orgel sei Mitte Januar zu rechnen. Ein Betrag von rund 50 000 Euro war zunächst zur Beseitigung der Schäden angenommen worden. "Diese Summe wird deutlich unterschritten", erklären Werner Rätz und der stellvertretende Rendant aus Gerolstein, Thomas Stadler. "Unkompliziert, zügig und zuverlässig" hätten alle Beteiligten "Hand in Hand" an der Schadensbegrenzung und der Kostenminderung mitgewirkt, betont Rätz mit dem Blick auf die Mitarbeiter des Bistums, der Rendantur und von Versicherungen als möglicherweise in Frage kommende Kostenträger. Die Mitglieder des Verwaltungsrates hätten die Angebotsüberprüfung übernommen. Mitglieder der Pfarrgemeinde hätten sich ebenso engagiert wie Küster und Organist. Außerdem hätten die Eltern eines der Verursacher und dieser Jugendliche selbst viel Eigenleistung erbracht; der Vater des Jungen sei selbst vom Fach und habe intensiv mit den Restauratoren zusammengearbeitet. Durch günstigere Angebote sei die ursprüngliche Schadenssumme erheblich gesenkt worden. "Wer allerdings für den Schaden aufkommt, ist heute noch völlig offen", sagt Werner Rätz. Rätz und Stadler listen auf, was bisher an Facharbeiten geleistet wurde: die Grundreinigung durch den Schadensservice Vatro in Olpe; die Restaurierung der sakralen Metallobjekte durch Michael van Ooyen aus Sassen; die Restaurierung der sakralen Teile aus Holz - darunter der Hochaltar, das Osterkreuz und der "Kelberger Christus", die Kreuzwegbilder und Heiligenfiguren - durch Wolfgang Kaiser aus Burgbrohl. Bleibt noch die Generalreinigung der Orgel durch die Firma Weyland in Leverkusen.