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Die neue Heizung ist erst der Anfang

Die neue Heizung ist erst der Anfang

Wärme und Strom aus regional verfügbaren, naturbelassenen Holzhackschnitzeln werden im Jugendzentrum Steineberg seit Kurzem erzeugt. Im Rahmen der landesweiten Aktionswoche der Energieagentur Rheinland-Pfalz wurden die Anlage sowie die weiteren Pläne für eine energetische Gesamtsanierung und den Umbau des Schwimmbads vorgestellt.

Steineberg. Wenn Hubert Braun, erster Vorsitzender des Trägervereins des Jugendzentrums (siehe Extra), von der "Maschine da unten" spricht, meint er eine Anlage, wie sie bisher im Landkreis Vulkaneifel einmalig ist. Seit dem 30. Juli ist sie in Betrieb - kurz bevor ein Gesetz in Kraft trat, nach dem nun für selbst produzierten und selbst genutzten Strom eine Umlage gezahlt werden muss. Und da die neue Heizung mit dem vollständigen Namen Hackschnitzel-Holzgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) genau dies kann, also neben Wärme auch Strom erzeugen, ist die Wirtschaftlichkeit vorbildlich, heißt es.
"Die Hackschnitzel kosten nur ein Drittel des bisher benötigten Heizöls, und wir erzielen Erlöse aus der Strom-Einspeisung", erklärte Braun bei der Präsentation der neuen Heizung. "Außerdem reduzieren wir den Ausstoß von Kohlendioxid tonnenweise." Die kurz "Holz-Kraft-Anlage" genannte Heizung stammt von Spanner aus Niederbayern, dem Marktführer für kleine, dezentrale Holzhackschnitzel-BHKW. Die Firma Heizung und Sanitär aus Ulmen installierte sie - laut Geschäftsführer Werner Häb als eine Premiere in der fast 30-jährigen Betriebsgeschichte.
Die neue Heizung sei erst der Anfang, betonte Hubert Braun. Inzwischen sei bereits mit dem Umbau eines Teilbereichs im ersten Obergeschoss und der Saalempore begonnen worden. Hier entstehen mit einem Investitionsvolumen von rund 300 000 Euro barrierefreie Zimmer, und es werden umfangreiche Brandschutzmaßnahmen getroffen. In einer weiteren Stufe soll der Ausbau des Hallenbades zu einem Warmwasserbad folgen. "Davon versprechen wir uns, dass das Niveau des Hauses beträchtlich angehoben, sein Wert gesteigert und seine Nutzung vielfältig erweitert wird", erklärte Hubert Braun. "So machen wir uns auch in Zukunft für die Ausbildung von Nichtschwimmern und Rettungsschwimmern stark", versprach er. Man wolle nicht dem allgemeinen Trend folgen, wonach im Jahr 2013 deutschlandweit zwar 15 Schwimmbäder neu errichtet, gleichzeitig aber 300 aus Kostengründen geschlossen worden seien. Jeder zweite Grundschüler sei kein sicherer Schwimmer mehr, da Ausbildungsmöglichkeiten fehlten, warnte Hubert Braun. Zur weiteren Senkung der Energiekosten sollen in den nächsten Jahren die Außenwände des Jugendzentrums gedämmt, das Dach saniert und die Fenster erneuert werden.
Extra

Das Jugendzentrum Steineberg war 1972 vom so genannten "Zauberpater" Johannes Lennartz (1923 bis 1999) aus einem ehemaligen Bauernhof als Heimstätte für Kinder und Jugendliche am Rande der Gesellschaft sowie für Menschen mit Behinderungen geschaffen und in den Folgejahren um einen Saal mit Bühne, Kegelbahn, Spielraum und Lehrküche (1982), ein Hallenbad (1992) und eine hauseigene Kapelle (1998) erweitert worden. Heute ist das Jugendzentrum eine internationale Begegnungsstätte für Jugendgruppen, Schulklassen, Behinderte und hilfsbedürftige Familien und zudem Erstaufnahmestation des Landkreises Vulkaneifel für Asylbewerber (aktuell 30). bb