Umwelt: Die Rasenmähhhhher

Umwelt : Die Rasenmähhhhher

In der Umgebung des Schalkenmehrener Maarkreuzes wird bald etwas fehlen: die Schafe. Denn deren Weidesaison neigt sich dem Ende zu.

Vielen Wanderern und Spaziergängern bietet sich oft ein besonderes Bild auf der Senheld: Ein Schäfer mit seiner Herde und seinem Hund ist auf der Wiese unter den Bäumen und Sträuchern unterwegs. Und das nicht ohne Grund. Die Tiere sind so beschäftigt, dass sie sich nicht stören lassen. Dieses Bild auf der Höhe zwischen Schalkenmehrener und Weinfelder Maar prägt sich ein.

Doch es handelt sich nicht nur um eine romantische, idyllische Situation in der Eifelnatur. Die Beweidung der Senheld mit ihrem Wiesengrund ist eine Maßnahme zur Erhaltung und Pflege der Vulkaneifel-Maarlandschaft.

Die Familie Jungen aus Daun-Gemünden arbeitet schon seit 25 Jahren mit dem Biotopbetreuer für den Landkreis Vulkaneifel, Gerd Ostermann aus Birgel, zusammen. Naturkenner Ostermann sagt: „Die Offenhaltung der Erhöhung Senheld als historische Kulturlandschaft und das Zurückdrängen der Verbuschungen ist mit der Arbeit der Familie Jungen gewährleistet.“ Dabei wird Wert auf die Erhaltung von Magerweiden und -rasen mit der typischen Bepflanzung wie Berg-Jasione, Natternkopf, Flügelginster und Sommerwurzarten gelegt. Durch die Beweidung mit den Schafen wird, so erklärt Ostermann, das unerwünschte Aufkommen anderer Pflanzenarten verhindert.

Stefan Jungen aus dem nahe gelegenen Daun-Gemünden ist der zuständige Schäfer. Der 48-Jährige ist Zivilarbeiter bei der Bundeswehr und hat vor 15 Jahren die Schafzucht seines Vaters Peter Jungen übernommen. Die Geschichte hat also Tradition. Denn bereits die Tiere des Vaters haben die Senheld beweidet. Dorthin werden die Schafe mit dem Hänger gebracht – und so geht es zum Saisonende auch wieder zurück.

Jungen junior ist „Freizeitschäfer“. Die Herde ist je nach Witterungsverhältnissen von Mai bis November zwischen den Maaren im Einsatz. Etwa 100 Schafe mit Lämmern weiden nicht nur, sondern halten auch die Natur in Ordnung. Mit dabei: Hütehund Takko.

Stefan Jungen fährt tagtäglich frisches Wasser in Fässern und Mineralsalzsteine zu seiner Herde, baut Netze auf und wechselt dann bei Bedarf in den nächsten Pferch.

„Oft habe ich Gespräche mit Wanderern und Spaziergängern und beantworte viele Fragen nach Schäferei und Landschaft“, sagt Jungen. Seine Tiere würde alles fressen, was ihnen schmeckt. Tymian und Pfefferminze gehören nicht dazu – und so bleiben diese Pflanzen, wie gewünscht, nach der Beweidung stehen. Die Hecken wiederum würden durch das Anknabbern am Wachstum gehindert werden. Und  Farne werden von den Schafen meist verschmäht. Unterstützung hat der Hobbyschäfer von seiner Lebensgefährtin Nicky Marth.