Die Straße der Engel

Mehren · Eleonore Kuhlmann hat die Idee einer Engelstraße für die Advents- und Weihnachtszeit aus dem Schwarzwald mit nach Hause gebracht. Inzwischen stehen die Gruppen mit je drei Engeln aus Holzstämmen und mit Blechflügeln in Mehren vor mehr als 20 Häusern und vor der Pfarrkirche.

Eleonore Kuhlmann – hier bei ihrer eigenen Engelsgruppe – ist die Initiatorin der Mehrener „Engelstraße“. TV-Foto: Brigitte Bettscheider

Foto: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"

Mehren. Als Eleonore Kuhlmann (74) im vorigen Jahr in der Weihnachtszeit bei ihrem Sohn Guido und seiner Familie im Glottertal im Schwarzwald zu Besuch war, hatte es ihr die dortige "Engelstraße" auf Anhieb angetan. Dabei handelt es sich nicht um eine Adresse, sondern um eine Initiative von Privatleuten, die nach einem einheitlichen Prinzip Engel selbst gebaut und vor ihr Haus gestellt hatten. "Das gefiel mir so gut", erzählt Eleonore Kuhlmann.
Zurück in Mehren habe sie bei ihrer Nachbarin Anni Schuster von der "Engelstraße" geschwärmt. Die beiden Frauen beschlossen, die Idee in dieser Advents- und Weihnachtszeit in Mehren in die Tat umzusetzen.
Gesagt, getan. Im November boten sich bemooste Baumstammstücke, die entlang der Straße zwischen Mehren und Daun lagen und eigentlich geschreddert werden sollten, geradezu als Baumaterial für die Engel an. Kuhlmanns Sohn Fred schnitt das Holz passend zu - in drei unterschiedlichen Stärken und Längen pro Engelsgruppe.
Mit Unterstützung von Hermann Bohr wurden Baumscheiben als Köpfe daraufgesetzt, der Mehrener Metallbauer Reinhard Umbach schnitt aus Blech oder wahlweise Kupfer die Flügel zu. Anni Schusters Tochter Vera schrieb Sprüche darauf, darunter dieser: "Der Engel unseres Lebens fliegt manchmal so hoch, dass man ihn nicht immer sieht." Mit neun Gruppen ging die Aktion zum ersten Adventswochenende an den Start. Dann breitete sich das Engelfieber immer mehr aus; inzwischen stehen die Engel vor mehr als 20 Häusern und vor der Pfarrkirche.
Der in Mehren im Pfarrhaus wohnende Kaplan Oliver Seis (Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld) war von der "Engelstraße" (mit Schwerpunkt in der Poststraße und Am Zuckerberg) so begeistert, dass er sie am Nikolaus-Abend mit einer Schar von Mehrener Bürgern abschritt und die einzelnen Gruppen segnete. Wenn nun abends die Engel in Scheinwerferlicht getaucht oder von Kerzenschein erhellt sind, bekommen sie regelmäßig Besuch von Bewunderern.
Dass von der Mehrener "Engelstraße" heute im TV zu lesen ist, geht auf Heinrich Röhrs zurück, Eleonore Kuhlmanns Sangesbruder aus dem Kirchenchor. "Es ist doch ein wunderbares Beispiel von ansteckender Begeisterung", begründet er seine Vermittlertätigkeit.