Daun/Gerolstein/Kelberg: Die Trockenheit und ihre Folgen: Wasserspar-Appell der VG Kelberg

Daun/Gerolstein/Kelberg : Die Trockenheit und ihre Folgen: Wasserspar-Appell der VG Kelberg

Durch die anhaltende Trockenheit ist der Grundwasserspiegel in der Verbandsgemeinde Kelberg stark abgefallen. Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch angestiegen. Konsequenz: Die Bürger sind aufgefordert, mit dem Lebensmittel Nr. 1, dem Trinkwasser, so sparsam wie möglich umzugehen. In den Verbandsgemeinden Daun und Gerolstein sind hingegen derzeit keine Versorgungsengpässe zu erwarten.

Die Eifel macht allmählich ihrem Namen keine Ehre mehr. Denn Eifel leitet sich vom keltischen Wort für Wasser ab, sie heißt also gemäß den reichen Mineralwasservorkommen und zahlreichen Oberflächengewässern „Wasserland“. Zwar ist sie in diesen Wochen noch weit vom bedrohlichen „Wüstenfeeling“ mit etlichen Wald- und Flächenbränden, wie sie vor allem in Nordostdeutschland auftreten, entfernt. Aber noch viel weiter entfernt ist sie von der Selbstverständlichkeit gemäßigter Wetterzonen mit verregneten Sommern. Nachdem bereits im vergangenen Jahr rekordreife Trockenheit herrschte und der Winter bis ins Frühjahr hinein zwar Linderung, aber keine Behebung des Problems brachte, ist laut Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) auch in der Vulkaneifel schon wieder eine schwere Dürre bis in Bodentiefen von 1,8 Metern zu verzeichnen. Es ist die Schicht, die von den meisten Pflanzen für ihr Wachstum und Überleben angezapft wird.

Trinkwasser stammt überwiegend aus größeren Tiefen. Nur in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg erfolgt die Entnahme relativ oberflächennah über zwei Quellen und zwei Brunnen, die von drei bis etwa 35 Meter hinab reichen. „Wir kommen darüber auch an tiefer gelegene Wasserschichten heran“, sagt der Leiter der VG-Werke, Rainer Loscheider, „aber die Quellen führen spürbar weniger Wasser, auch das Grundwasser hat sich deutlich gesenkt.“

Der Grund lautet Klimawandel, der umso deutlicher wird, desto jünger und näher an der Oberfläche das entnommene Wasser ist. Zugleich sei der Wasserverbrauch angestiegen, nicht zuletzt wegen etlicher privater Swimming-Pools im Neubaugebiet. So ist es nun in der VG Kelberg „nach den satzungsrechtlichen Bestimmungen bis auf Weiteres verboten, mit Trinkwasser die Rasen- und Gartenflächen zu bewässern, Fahrzeuge zu waschen sowie Pools zu befüllen“. Der Wasserverbrauch in Haushalten und Betrieben sei auf das Notwendigste zu reduzieren. Loscheider betont, dass es zwar eine vorbeugende, aber eine sehr ernst zu nehmende Maßnahme ist, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

In der VG Gerolstein geht man hingegen davon aus, dass die Dürreperiode problemlos überbrückbar ist. „Das war auch in der Vergangenheit so, das Wasser ist derzeit nutzbar wie gewohnt“, erklärt Thomas Schreiner von den VG-Werken. Die Fördermengen, die aus Bohrtiefen von bis zu hundert Metern stammen, seien bislang konstant. Es dauert etliche Jahre, bis Regenwasser in diese Schichten sickert, entsprechend verzögert sind Klimafolgen hier zu messen. „Bei uns macht sich die besondere Bodenbeschaffenheit dank des ausgeprägten Vulkanismus positiv bemerkbar, Lava ist ein optimaler Grundwasserspeicher.“ Daher sei die Ergiebigkeit des Grundwasservorkommens in der Eifel sehr unterschiedlich. Zum Vergleich: In der VG Kelberg sind allein die Böden rund um den Mosbrucher Weiher vulkanischen Ursprungs.

Die Bedeutung der Eifelvulkane als „hervorragender Trinkwasserspeicher“ betont auch Arnold Schneider, Büroleiter der VG Daun. „Das hat sich im vergangenen Sommer gezeigt, als das Wasserwerk über die kompletten Sommermonate die Wasserversorgung ohne nennenswerte Beeinträchtigungen aufrechterhalten konnte.“ Mit Ausnahme von Quellen in Salm und Weidenbach, die aus Buntsandsteinschichten stammen, bezieht das Gruppenwasserwerk Daun das Trinkwasser aus vulkanischen Böden und aus Tiefen von dreißig bis hundert Meter.

Der Wasserverbrauch sei recht konstant, nennenswerte Schwankungen gebe es nicht. Und auch die Trockenheit habe derzeit noch keine Auswirkungen. Ein Anlass zu sorglosem Umgang mit Trinkwasser sei dies jedoch keineswegs, denn die Situation scheint sich zu ändern. Die aktuellen Monatsablesungen zeigten rückläufige Zahlen der sogenannten Schüttungsmengen, „so dass in ein bis zwei Monaten mit Beeinträchtigungen gerechnet werden muss, sofern auch weiterhin anhaltender Niederschlag ausbleibt“.

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