Die Unvergesslichen

MÜRLENBACH. (red) Damit die Geschichten und Gedichte der "stillen Autoren" von Mürlenbach nicht in Vergessenheit geraten, hatte der Eifelverein eingeladen zu Nachmittagen, bei denen Texte von drei Autoren zu Gehör gebracht wurden.

Viele Heimatdichter leben nicht mehr, aber die Erinnerung an sie ist sehr lebendig. Wie zum Beispiel an Gertrud Tintes, die erst mit über 80 Jahren anfing, Geschichten zu schreiben. Sie selbst drückt es in einem Gedicht so aus: "Ech könnt jo jet von mier es schreiwen, do hät ech Spaaß dodroan." Und sie tat es mit großer Begeisterung. Das Besondere an ihr war, dass sie ihre Werke zur Freude der Bevölkerung bei Veranstaltungen der Ortsvereine vortrug. Bis ins hohe Alter tat sie das und stand auch noch mit 90 Jahren auf der Bühne. In ihren Gedichten beschreibt sie unter anderem einfühlsam die Natur und fordert alle auf, sich für deren Erhalt einzusetzen. Humorvoll und besinnlich vergleicht sie Lebenssituationen von früher und heute. Ganz anders sind die Gedichte von Heinrich Thewes, dem bei seiner Arbeit als Schuster die politische Welt durch den Kopf ging. Er kritisiert in seinen Texten die Verordnungen aus Brüssel und die Entscheidungen aus Bonn, die sich ja bis ins kleinste Dorf auswirken. Genau schaut er, der lange Jahre Bürgermeister war, auf das, was die Orts-Mandatsträger von heute bewirken und würzt seine Kommentare gerne mit einem Schuss Humor. Bekannt war Erich Zimmermann, der "Wahl-Mürlenbacher", für seine Gedichte, die die Schönheit der Eifel und des Kylltals beschreiben. Speziell für den Musikverein fand er lobende Worte in einem Gedicht: "Hymne an die Musik". Keine Frage, dass die beiden Lese-Nachmittage bestens besucht waren. Drei Gitarrespieler aus dem Vorstand des Eifelvereins spielten zudem ein paar Volkslieder und die Gäste sangen mit.

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