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Die Volksbank RheinAhrEifel zufieden mit 2021 trotz Pandemie und Flut

Finanzen : Gutes Geschäftsjahr trotz widriger Umstände

Die Volksbank RheinAhrEifel eG bilanziert ein zufriedenstellendes 2021 trotz Pandemie und Flut. Sie sichert ihren kreditnehmenden Mitgliedsbetrieben weiterhin Entgegenkommen bei Tilgungsaussetzungen und anderen Unterstützungsmaßnahmen zu.

Als „überzeugendes Ergebnis“ bezeichnet Sascha Monschauer, Vorstandsvorsitzender der Vorstand der Volksbank RheinAhrEifel eG, den Abschluss des Jahres 2021 – trotz Coronakrise und Ahrflut. Sowohl die Bilanzsumme wie das Eigenkapital konnte im Vergleich zum Vorjahr weiter gestärkt werden. Für einige Geschäftskunden, insbesondere die eifelweit wichtige Gastrobranche, war das vergangene Jahr eine extreme Herausforderung, auch für nicht vom Hochwasser betroffene Unternehmen. „Dennoch haben wir in unserem Einzugsbereich keine negativen Kreditbewertungen und keine Kreditausfälle zu verzeichnen, die Gastgeber sind allgemein gut durch die Krise gekommen – bisher“, so Monschauer.

Ein Grund sei, dass die Erstattungshöhen gewährter Hilfen nicht auf Gewinn-, sondern auf Umsatzbasis bewertet wurden. Auch als regional verankertes Kreditinstitut habe man sich entschieden, sehr großzügig mit der Gastronomiebranche umzugehen. Diese Unterstützung habe gewirkt. „Jedoch macht uns die aktuelle Lage mehr Sorgen, denn erneut waren Dezember und Januar schlechte Monate mit vielen Absagen, so dass teils Öffnungszeiten von Restaurants reduziert werden mussten.“ Monschauer betonte, dass es dem Selbstverständnis der genossenschaftlichen Bank entspreche, ihren Mitgliedern in der Region auch künftig mit Tilgungsaussetzungen und anderen Maßnahmen zur Seite zu stehen. „Bislang ist die Liquidität der Betriebe noch okay.“

Kritischer sieht es nach Ansicht des Bankiers beim Wiederaufbau flutzerstörter Betriebe aus. „Das stockt. Hemmend sind bürokratische Auflagen etwa seitens der ISB, es fehlen Gutachter und Handwerker. Der Hilfsfonds ist gut ausgestattet, aber offenbar ist es sehr schwierig, an die Gelder heranzukommen.“ Die regionalen Kreditinstitute, bei denen die Hilfsmittel von insgesamt 15 Milliarden Euro „lagern“, sind über den Stau nicht glücklich. Sie können diese Gelder nicht am Kapitalmarkt anlegen, geraten vorübergehend in eine Liquiditätsschwemme und müssen der Bundesbank dafür Strafzinsen zahlen. Die Volksbank selbst hat 1,5 Millionen Euro an Spenden über ihre Bürgerstiftung eingesammelt und zweckgebunden über die besonders betroffenen Ortsgemeinden verteilt, weitere Zahlungen gehen an Schulen, Vereine und Behörden.

Positiv fällt der Ausblick der Volksbank aus: Die Digitalisierung schreitet mit neuen Apps und Vertriebsplattformen voran, was allerdings – schon vor der Flut – zur Entscheidung führt, kaum genutzte Filialen wie die in Antweiler zu schließen und wenig rentable SB-Stellen möglichst gemeinsam mit den Kreissparkassen zu führen. Auch das ambitionierte Sieben-Millionen-Bauprojekt einer neuen Volksbank-Niederlassung in Dauns Innenstadt nimmt Konturen an, wenngleich hier wiederum die Pandemie und Materialengpässe zu Verzögerungen führten. Voraussichtlich 2023 soll die Filiale gegenüber dem alten Standort eröffnet werden.

Die Rahmenbedingungen mit relativ hoher Inflationsrate, Nullprozentzinsen und aus Sicht der Banken „schwieriger“ Urteile des Bundesgerichtshofs zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgen für Wermutstropfen in der ansonsten guten Lage. Noch etwas schlägt sich nach Worten von Sascha Monschauer auf die Stimmung der Bank sowie ihrer Mitgliedre nieder: „Die Zahlen sind gut, doch die Befindlichkeit vieler Menschen ist vor allem von der Flut und von der Pandemie gedrückt.“ Zusätzlich belastend wirken die Coronaproteste.