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Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel bietet Existenzgründern Unterstützung

Wirtschaft : Neuunternehmer werden in der Vulkaneifel von Mentoren und Mentorinnen an die Hand genommen

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel hat ein Netzwerk aus Mentoren und Mentorinnen gegründet, die junge Firmen in den ersten fünf Existenzjahren mit ihrem Wissen begleiten. Denn das Gründungsgeschehen in der Region ist noch immer stark.

Angesichts der gehäuften Krisen derzeit sorgt eine Aussage von WFG-Chefin Judith Klassmann-Laux für Optimismus: „Bis jetzt gibt es in der Vulkaneifel keinen Rückgang an Existenzgründungen. Beim letzten Gründertag hatten wir 26 Anmeldungen, das liegt über dem Niveau von 2021.“ Ob es ein trotziges „Jetzt erst recht“ ist, wenn Menschen den Entschluss fassen, ausgerechnet in diesen Zeiten eine eigene Firma zu gründen, weiß sie nicht, aber: „Auf jeden Fall sind es keine Gründungen aus Arbeitslosigkeit heraus, sondern mit eigenen Ideen und eigenem Antrieb.“ Auch die traditionell besonders breite Palette der Branchen hat sich nicht verändert: Vertreten sind Dienstleistungen, Handwerk, Handel und produzierendes Gewerbe.

Die Initialzündung für ein nun gestartetes Netzwerk von Mentoren und Mentorinnen, welche als erfahrene Profis frisch gebackene Unternehmer und Unternehmerinnen an die Hand nehmen, erfolgte aus einem LEADER-Projekt. „Da es bei uns ein tolles Potenzial von jungen Firmen gibt, wollen wir es stärken auch für Krisenzeiten. Darum nutzen wir die Expertise von Menschen, die in der Unternehmensführung erfahren sind“, begründet Judith Klassmann-Laux den Einsatz von derzeit sieben Frauen und Männern. Sie sind oder waren Führungskraft beispielsweise in den Bereichen Vertrieb und Marketing, Optimierung von betrieblichen Abläufen, Rechnungs- und Finanzwesen oder Aufbau der Firmenstruktur und geben ihr Wissen gern weiter. „Es ist ein ehrenamtliches Engagement und kein aktives Eingreifen in die Entscheidungen des Unternehmens, welches begleitet wird. Vielmehr geht es darum, ein offenes Ohr zu haben, und um Tipps. Das Netzwerk ersetzt keine Betreuung etwa durch Steuer- oder Rechtsexperten.“

Peter Hutsch gehört diesem Netzwerk als Mentor an. Der Birgeler ist selbstständiger Buchhalter und Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. „Ich sehe das als meine persönliche Hilfestellung für junge landwirtschaftliche Betriebe oder Existenzgründungen in den grünen Berufen. Es ist nicht mein Ziel, sie an den Bauernverband heranzuführen“, betont er. Trotz des Strukturwandels in der Branche, sprich Aufgabe vieler Höfe und Konzentration auf größere Einheiten, gebe es nach wie vor Menschen, die ihre Zukunft auf einem Bauernhof oder in einem anderen der naturnahen Berufe sehen. „Ich möchte ihnen helfen, ihre Ertragschancen realistisch einzuschätzen. Denn gerade viele Quereinsteiger, die es neu in die Landwirtschaft zieht, haben sehr viel wunderbaren Idealismus, aber wenig Vorwissen.“ Man brauche sehr wohl diesen Idealismus, um zu starten, aber zugleich gehe es oft um die Existenz ganzer Familien. Da will Peter Hutsch beitragen, rechtzeitig die richtigen Stellschrauben zu drehen und die harten Fakten zu kennen. Er nennt ein Beispiel: „Die Direktvermarktung ist auf Grund gesetzlicher Vorgaben und behördlicher Auflagen komplexer, als man denkt. Auch muss man wissen, wie man seine Kunden erreicht. Gerade in der Anlaufzeit braucht man ein finanzielles Polster und muss am Ball bleiben.“ Doch es könne erfolgreich sein, wie der Vulkanhof, der Ulmenhof oder die Hofkäserei Gröner zeigten.

Die Mentorinnen und Mentoren sollen also vor allem Mut machen. Aber sie erhalten durch die WFG auch selbst Unterstützung in Form von Workshops für allgemein sogenannte „senior experts“ sowie durch den Austausch im Netzwerk. „Wir nennen sie jedoch nicht ‚senior experts‘, weil es keine Frage des Alters ist. Weitere Engagierte sind herzlich willkommen und werden gesucht“, sagt Judith Klassmann-Laux, „gern Ruheständler, die aktiv bleiben und etwas Sinnvolles beitragen möchten.“ Sie treffen auf junge Unternehmen, welche bei der WFG ihren individuellen Bedarf an Themen und Hilfestellung anmelden. Eine Begleitung dauert bis zu zwölf Monate. „Alles ist unbürokratisch. Sowohl die interessierten Mentoren und Mentorinnen als auch UnternehmerInnen können sich bei uns melden, wir von der WFG koordinieren.“

Infos und Kontakt:

Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH, Judith Klassmann-Laux, Mainzer Str. 24. 54550 Daun, Telefon 06592/933-205, Mail: judith.klassmann-laux@wfg-vulkaneifel.de

(ako)