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Die Zeit ist reif für die Sanierung

Die Zeit ist reif für die Sanierung

Der letzten katholischen Kirche in der Dauner Kernstadt, der Nikolauskirche, steht eine grundlegende Sanierung bevor. Dabei bekommt sie unter anderem ein neues Dach, eine neue Heizung, eine neue Elektroinstallation und einen neuen Anstrich.

Daun. Vielen älteren Daunern ist der Tag unvergesslich: der 2. Januar 1945. 180 Bomben fielen auf den Bereich Wirich-, Wehrbüsch- und Mehrener Straße, elf Menschen starben. Auch die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde stark beschädigt. Relativ rasch wurde sie - eines der ältesten Gotteshäuser in der Eifel (siehe Extra) - unter der Leitung des Kölner Dombaumeisters Willy Weyres wieder aufgebaut. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1946 fügte man dem alten erhaltenen Turm ein neues Langhaus an und erhöhte den Turm um drei Meter.
Am 21. August 1949 wurde die wieder aufgebaute Kirche geweiht - und seitdem hat es keine grundlegende Renovierung mehr gegeben. "Das Dach von damals ist noch drauf, aber noch mehr ist im Zustand von Ende der 1940er Jahre", sagt der Dauner Pfarrer Ludwig Hoffmann. "Die Zeit ist gekommen, etwas an der Kirche zu tun."
Und das umso mehr, als sie mittlerweile die einzige katholische Kirche in der Dauner Kernstadt ist, nachdem die Ende der 1960er Jahre gebaute Thomas-Morus-Kirche im September 2015 entweiht und damit endgültig aufgegeben worden ist (der TV berichtete mehrfach). "Wir wollten abwarten, was mit der Thomas-Morus-Kirche passiert, bevor wir die Renovierung der Nikolauskirche auf den Weg bringen wollten", so Hoffmann.
Dass dies kein "Luxus" ist, wird für jeden offensichtlich, der sich das Gotteshaus näher anschaut. Die Fassade ist unansehnlich, ein Prunkstück für die Dauner Innenstadt ist sie schon lange nicht mehr. Deshalb steht für 2016 der Beginn einer umfassenden Sanierung an. "Auf jeden Fall bekommt sie ein neues Dach, derzeit regnet es an vielen Stellen rein", sagt Pfarrer Hoffmann.
"Und auch eine neue Heizung und eine neue Elektroinstallation sind fällig." Es sind eine Menge Posten (unter anderem auch noch eine neue Blitzschutzanlage, ein neues Entwässerungssystem, vor allem aber auch ein neuer Außenanstrich), die er und Matthias Brauns, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde, auflisten. Dessen Sachverstand kann bei diesem Projekt nicht schaden: Brauns war bis Eintritt in den Ruhestand Ende 2013 Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung.
Die Notwendigkeit der Renovierung hat das Bistum mittlerweile schon anerkannt, die Kostenermittlung ergab eine Summe von 820 000 Euro. "Das trägt das Bistum nicht allein, die Kirchengemeinde Daun wird einen noch nicht genau bezifferten Eigenanteil, vermutlich in sechsstelliger Höhe, tragen", sagt Hoffmann. Der Vermutung, der Erlös aus dem Verkauf der Thomas-Morus-Kirche bilde den größten Teil des Eigenanteils, widerspricht der Pfarrer.
"Was am Ende bei der Thomas-Morus-Kirche übrigbleibt, wird eingesetzt, aber dennoch wird es noch ein sechsstelliger Betrag sein, der aufgebracht werden muss." Dabei hofft er auf die Spendenfreudigkeit der Dauner: "Viele haben uns schon ihre Bereitschaft signalisiert, sich finanziell zu beteiligen", ist Hoffmann zuversichtlich.
2016 soll es so schnell wie möglich losgehen, kündigt Matthias Brauns an. Und gearbeitet wird "bei laufendem Betrieb", denn eine Ausweichkirche gibt es in Daun ja nicht mehr. sts